Rentengefahr: OECD fordert noch höheres Renteneintrittsalter

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Deutschland hat schon ein hohen Eintrittsalter bei der Rente – doch das wird wohl nicht reichen für die Finanzierung der Altersvorsorge. (Foto: Rawpixel.com/AdobeStock)

Die demographische Entwicklung in Deutschland führt zu massiven Problemen für die Altersvorsorge bei vielen Bundebürgern. Und so wie es aussieht, muss wohl das Renteneintrittsalter noch weiter angehoben werden. Diese Forderung kommt zumindest von außen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat empfohlen, das Renteneintrittsalter in Deutschland von derzeit 67 Jahren (ab dem Jahrgang 1964) noch weiter zu erhöhen. OECD-Generalsekretär José Ángel Gurría betonte, dass durch ein noch höheres Renteneintrittsalter einmal die Einnahmen der Rentenkasse erhöht werden und zudem durch eine geringere Rentenbezugsdauer die Mittel weniger lange in Anspruch genommen werden.

Rentensystem kann so langfristig nicht funktionieren

Solche Vorschläge zeigen mir, wie unsicher in Wirklichkeit das ganze Rentensystem ist. Schon heute hat Deutschland mit 67 Jahren eines der höchsten Renteneintrittsalter weltweit. In Frankreich liegt der Rentenbeginn beispielsweise bei 61 Jahren. Auch in Italien ist er mit 62 Jahren deutlich niedriger als bei uns.

Dazu kommt, dass die Rente im Zuge der sogenannten nachgelagerten Besteuerung in Deutschland schrittweise zunehmend besteuert wird. Mit jedem Jahr erhöht sich für Neurentner der steuerpflichtige Rentenanteil. Wer nach 2040 in Rente geht, muss dann die volle Rentenhöhe versteuern. Das führt dazu, dass selbst für Gutverdiener die Rente deutlich niedriger ausfallen wird, als es heute der Fall ist.

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Im Gegenzug werden die Beiträge oder Aufwendungen zum Erwerb des Rentenanspruchs durch Steuerbefreiungen oder Sonderausgabenabzug einkommensteuerlich freigestellt. Ob das tatsächlich ein wirklicher Ausgleich ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Wenn dann das Renteneintrittsalter noch weiter erhöht wird, bleiben den Rentnern immer weniger Jahre, um überhaupt Rente zu bekommen. Bei einem Durchschnittsalter von 78 Jahren kommt ein Mann, der mit 67 in Rente geht nur noch auf 11 Rentenbezugsjahre. Viele sterben früher und haben dann noch weniger von der Rente, bzw. bekommen nicht einmal das im Arbeitsleben eingezahlte Geld wieder heraus.

Bauen Sie Ihre persönliche Altersvorsorge auf

Ich rechne damit, dass nach der nächsten Finanzkrise und dem dann entstehenden Geldmangel beim Staat die Rentenzahlungen noch erheblich mehr eingeschränkt werden. Deshalb sollten Sie sich keinesfalls auf die staatlichen Rentenzahlungen verlassen.

Das ist ein weiterer Grund dafür, warum Sie unbedingt Ihr Vermögen vor dem nächsten Crash schützen sollten durch eine breite Streuung in Fremdwährungen oder auch Edelmetallen. Denn nicht die staatliche Rente wird in der Zeit nach dem nächsten Megacrash Ihren Lebensunterhalt sichern, sondern in erster Linie Ihr selbst aufgebautes eigenes Vermögen.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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