Restaurant Brands International: Burger King-Mutter treibt Konsolidierung im Fast-Food-Markt voran

Eines steht fest: Auf dem Markt für Übernahmen kommt so schnell keine Langeweile auf.

Gerade hat die brasilianische Investment-Gesellschaft 3G Capital ihre Offerte für Unilever zurückgezogen, da hat der Großinvestor bereits neue Ziele im Visier.

Bis zu 15 Mrd. Dollar könnte laut der Financial Times der Konzern alleine für einen Deal an den Start bringen.

Als mögliche Ziele werden immer wieder Lebensmittel-Riesen wie Mondelez oder General Mills ins Spiel gebracht.

Aber erst einmal genehmigt sich der Investor eine kleine Vorspeise:

Über seine Beteiligung Restaurant Brands International legt er nämlich ein Übernahme-Angebot für Popeye’s Lousiana Kitchen auf den Tisch.

Burger King-Mutter hat Appetit auf frittierte Hähnchen

Der Übernahmepreis von 79 Dollar je Aktie entspricht einem Aufschlag von knapp 20% zum Schlusskurs vor Bekanntgabe des Kaufangebots bzw. einem Aufpreis von 27% über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Tage.

Damit bewertet die Bar-Offerte die Schnellimbiss-Kette mit 1,8 Mrd. Dollar.

Die 1972 in New Orleans als Chicken on the Run gegründete Marke zählt aktuell mehr als 2.600 Standorte in 26 Ländern, rund 1.600 davon in den USA.

Popeye’s ist bekannt für seine Brathähnchen im Südstaaten-Stil und Buttermilch-Kekse.

Mit Restaurant Brands International im Rücken soll die Expansion der Marke sowohl im Heimatmarkt auch international vorangetrieben werden.

Offerte ist nicht günstig

Die milliardenschwere Offerte ist dabei keinesfalls günstig. Die Analysten erwarten einen Jahres-Umsatz in diesem Jahr von 269 Mio. Dollar.

Beim Gewinn rechnen die Experten mit 50 Mio. Dollar. Damit bewertet das Kaufangebot Popeye mit dem 6,7-Fachen der Umsätze und dem 36-Fachen der erwarteten Gewinne.

Steigende Erlöse und robuste Margen

Auf der anderen Seite bekommt die Burger King-Mutter mit Popeye eine starke Marktposition im vielversprechenden Segment mit Brathähnchen.

Seit 2001 steigerte die Imbiss-Kette die Erlöse um 48% auf zuletzt 259 Mio. Dollar. Im Gegenzug verbesserte sich der Gewinn deutlich überproportional auf 44,1 Mio. Dollar (+148%).

Die Gewinnmarge erreichte zuletzt mit 17,03% das höchste Niveau der vergangenen Jahre.

Auch im Vergleich mit dem Bieter Restaurant Brand International (RBI) wird deutlich, dass die Profitabilität durchaus beeindruckend ist.

RBI betreibt mit Burger King und Tim Hortons selbst fast 20.000 Restaurants, kam aber zuletzt bei einem Jahres-Umsatz von 4,14 Mrd. Dollar nur auf eine Gewinnspanne von 14,85%.

Konsum von Hühnerfleisch auf dem Vormarsch

In den vergangenen Jahrzehnten war die Fast-Food-Branche erfolgsverwöhnt. Internationale Expansion und stabile Margen lockten viele Anleger an.

Doch das Wachstum hat sich zuletzt deutlich abgeschwächt. Das gestiegene Gesundheits-Bewusstsein hat der Branche einen Dämpfer verpasst.

Allerdings sticht aus der Konsum von Hühnerfleisch aus der schwachen Entwicklung heraus.

In diesem Jahr gehen Experten (National Chicken Council) davon aus, dass jeder US-Bürger mit 92 Pfund pro Jahr so viel an frittiertem Huhn konsumiert wie nie zuvor.

Damit könnte der Weg für eine weitere Expansion von Popeye geebnet sein.

24. Februar 2017

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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