Rezessionsgefahr wird immer größer

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Die deutsche Industrie befindet sich ja schon seit Monaten auf Talfahrt. Die Rezessionsgefahr wird immer größer. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Schon seit Monaten befindet sich die industrielle Konjunktur in Deutschland im Abschwung. Aus dem einstigen Zugpferd der deutschen Wirtschaft ist nun das große Sorgenkind geworden. In jüngster Vergangenheit belegten neue Fakten die ungewöhnliche Schwäche.

Auftragsschwund hält an

In der vergangenen Woche teilte das Bundeswirtschaftsministerium jedenfalls mit, dass die deutsche Industrie wegen einer zusehends stärker rückläufig werdenden Nachfrage aus Übersee den größten Aderlass bei den Aufträgen seit einem halben Jahr erlitt. Die Bestellungen gingen im Monat Juli um 2,7 Prozent im Vergleich zum Juni zurück. Einmal mehr waren die im Vorfeld befragten Volkswirte von der Entwicklung negativ überrascht worden. Von der Agentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang um 1,5 Prozent gerechnet.

Während die Bestellungen aus dem Inland um 0,5 Prozent abnahmen, stabilisierte sich der Auftragseingang aus der Euro-Zone. Auffällig war aber die extrem schwache Nachfrage aus dem Rest der Welt. Diese brach um fast sieben Prozent weg. Das ist schon ein Wort. Vor dem Hintergrund der weiter existierenden internationalen Handelskonflikte und der zurückhaltenden Geschäftserwartungen im Verarbeitenden Gewerbe zeichne sich dem Ministerium zufolge auch für die kommenden Monate keine grundlegende Besserung der Industriekonjunktur ab.

Deutsche Maschinenbauer bleiben pessismistisch

Die deutschen Maschinenbauer, genauer gesagt der Branchenverband VDMA, sieht ebenfalls keine wesentliche Trendumkehr. Im Gegenteil. Die Geschäfts- und Exporterwartungen würden angesichts der konjunkturellen und politischen Risiken für die zweite Jahreshälfte weiter pessimistisch bleiben. Zur Erinnerung, schon im ersten Halbjahr 2019 brachen die Aufträge der Maschinenbauer um ca. neun Prozent weg. Im Juli lag das Minus dann noch bei drei Prozent. Das sei aber nur eine kleine Atempause gewesen und keinesfalls die Wende nach oben.

be Leser, die deutsche Industrie und allen voran die Maschinenbauer stecken in der Rezession. Wir sprechen hier von einer Branche mit mehr als einer Million Beschäftigten. Nun erwartet der VDMA erstmals seit dem Jahr 2013 einen Rückgang der Produktion. Die deutschen Maschinenbauer, die deutsche Industrie stecken also in der Rezession fest und ziehen die gesamte Volkswirtschaft nach unten. Schwer wiegt, dass seit Jahresbeginn die Inlandsaufträge der Industrie sogar stärker als die Auslandsaufträge gefallen sind.

Das deutet laut Carsten Brzeski von der ING Bank darauf hin, dass die globalen Probleme nun auch die deutsche Binnenwirtschaft erreicht haben. Die Rezesionsgefahr ist jedenfalls erheblich gestiegen. Und die Krise kommt immer heftiger auch am Arbeitsmarkt an. Wie schon gesagt, eine Trendwende ist weit und breit nicht in Sicht. Im Gegenteil.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.