Rheinmetall profitiert vom Kriegsgeschrei

Rüstungs-Unternehmen dürften in den nächsten Jahren gute Geschäfte machen. Das gilt auch für die Düsseldorfer Rheinmetall. Hier mehr dazu: (Foto: Katja Pruess / shutterstock.com)

Auch wenn das Thema ein wenig in den Hintergrund geraten ist und nicht mehr die ganz großen Schlagzeilen beschert:

Der Nordkorea-Konflikt ist noch immer nicht gelöst, und jederzeit kann es dort eine dramatische Entwicklung geben.

In den USA haben die Rüstungs-Aktien in den vergangenen Tagen Stärke gezeigt – Grund genug, auch hierzulande einmal nach geeigneten Titeln zu suchen.

Neben Airbus rückt dabei v. a. die Aktie der Düsseldorfer Rheinmetall ins Blickfeld.

Dabei hat Rheinmetall aus Anlegersicht noch einen weiteren Vorteil: Das Geschäftsfeld ist nicht nur auf Rüstung spezialisiert, auch die Auto-Sparte läuft hervorragend.

Rheinmetall: Ein Unternehmens-Portrait

Rheinmetall sieht sich als einen integrierten Technologie-Konzern für ein substanzstarkes, international erfolgreiches Unternehmen in den Märkten für umweltschonende Mobilität und bedrohungsgerechte Sicherheits-Technik.

Die Automotive-Sparte nimmt eine weltweite Spitzenposition als Automobil-Zulieferer für Module und Systeme rund um den Motor ein.

Die Verteidigungs-Sparte gilt als führendes europäisches Systemhaus für Heeres-Technik – und damit als ein zuverlässiger Partner der Streitkräfte.

Zahlen überraschen positiv, Prognose angehoben

Vor rund 2 Wochen legte Rheinmetall Zahlen vor, die insgesamt positiv überraschten:

Der Umsatz konnte sich im 1. Halbjahr um 8% auf 2,81 Mrd. € verbessern. Das operative Ergebnis stieg um knapp 1/3 auf 134 Mio. €.

Dabei gestaltete sich die Auto-Sparte (noch) als der Gewinnbringer, der operativ 129 Mio. € abwarf. Diese Zahlen sorgten dafür, dass die Prognosen leicht erhöht wurden:

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Jetzt wird ein Umsatz-Plus von bis zu 6% in Aussicht gestellt – bislang waren es zwischen 4 und 5%.

Die operative Rendite soll 6,5% erreichen – bislang wurden 6,3% prognostiziert.

Gerade als Rüstungs-Hersteller sollten mittelfristig Impulse kommen.

Rheinmetall ist der Hersteller des ABC-Panzers Fuchs sowie des Kampfpanzers Leopard II (in Zusammenarbeit) und stellt Munition her.

In diesem Bereich dürfte es weitere Zuwächse geben (In den Büchern stehen bereits Bestellungen in der Größenordnung von mehr als 7 Mrd. €).

Die derzeitige politische Entwicklung lässt befürchten, dass die Zahl der Krisenherde weiter zunehmen wird. Das dürfte die Wachstums-Aussichten von Rheinmetall verbessern.

Charttechnik und Fundamental-Kennzahlen passen

Aus charttechnischer Sicht stehen die Zeichen für die Rheinmetall-Aktie ebenfalls auf Grün.

Die Aktie notiert in der Nähe des Allzeithochs, das im Juni bei 90 € erreicht wurde. Sollte dieser Widerstand jetzt „geknackt“ werden, wären weitere Kurssteigerungen die Folge.

Auch der Blick auf die anderen Kennzahlen fällt positiv aus:

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 16 und einer Dividendenrendite von nahezu 2% ist die Aktie auch aus fundamentalem Blickwinkel als attraktiv zu bewerten.

Falls Sie sich also nicht daran stören, womit Rheinmetall sein Geld verdient, ist die Aktie auf jeden Fall einen Blick wert.


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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.