RHI: Dieses Unternehmen entzieht sich dem Stahlgewitter

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Die Stahl-Branche ist nichts für Anleger - mit ständigen Turbulenzen und hohen Gefahren für das Geld von Privatanlegern? Das stimmt nicht ganz. Es gibt Ausnahmen. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Es gibt so Branchen, bei denen ist der Wurm drin. Eine dieser Branchen ist ganz gewiss die Stahl-Branche. Das Hin- und Her rund um ThyssenKrupps Stahlwerke in Südamerika steht symbolisch für eine Branche, die unter Überkapazitäten und Preisdruck leidet.

Es gibt aber auch Unternehmen, die von der Stahlbranche zwar abhängen, denen es aber besser geht. Eines davon ist die österreichische RHI-Gruppe.

RHI ist weltweit die Nummer 1 für hochwertige keramische Feuerfestprodukte und -systeme. In der Grundstoffindustrie sind die Produkte bei allen Hochtemperaturprozessen über 1.200 °C unverzichtbar.

Der Konzern unterhält 33 Produktionsstandorte und mehr als 70 Vertriebs- und Servicevertretungen auf 4 Kontinenten.

Die Kunden kommen aus den Industrien Stahl, Zement, Kalk, Glas, Nichtedelmetalle, Umwelt- und Energietechnik, Chemie und Petrochemie.

RHI ist gut aufgestellt

Die schwächelnde Stahlbranche in Europa sowie schleppende Geschäfte mit der Glas- und Zementindustrie in Asien haben RHI im vergangenen Jahr kaum zugesetzt.

Der Umsatz stieg um 4,4%, und die operative Marge verbesserte sich von 8,6 auf 9,1%. Geholfen haben höhere Preise, ein verbesserter Produktmix und positive Wechselkurseffekte.

Der Gewinn ging dagegen wegen einer erheblich höheren Steuerquote um 6,6% zurück. Zur Verdeutlichung:

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Das Vorsteuerergebnis stieg um 21% auf 151,6 Mio €. Für das laufende Jahr hat das Management einen Umsatz von 1,8 bis 1,9 Mrd € sowie eine Verbesserung der operativen Marge in Aussicht gestellt.

Zudem ist die Produktionsaufnahme in Brasilien und Russland geplant, um die hohen Importzölle für Feuerfestprodukte in diesen Ländern zu umgehen.

Bis 2020 will der Konzern den Umsatz, auch durch Zukäufe, auf 3 Mrd € und die operative Marge auf mindestens 12% steigern.

RHI hat die Produkte, die Technologie und die Kundenbasis, um diese Langfristziele zu erreichen. Hinzu kommt die wachsende Präsenz in den BRIC-Staaten und den USA.

Anleger können über RHI nachdenken

Kürzlich bestätigte RHI, dass die Talsohle in der Stahl-Branche wohl durchschritten sei, wenngleich weitere Unruhe nicht auszuschließen ist und es sehr schwer werden dürfte, die selbst gesteckten Ziele zu erreichen.

Trotzdem bekräftigt das Unternehmen eine Dividende von 75 Cent. Dies entspricht einer Dividenden-Rendite von etwas mehr als 3%.

Mit der stabilen Dividende und des verhalten optimistischen Ausblicks ist RHI inmitten der Stahl-Branche bereits ein Lichtblick. Auch wenn RHI lediglich ein Zulieferer ist, sollten Anleger, die sich Stahl ins Depot legen wollen, über RHI nachdenken.

Da das Unternehmen nicht allein vom Stahlgeschäft abhängt und auch in den Bereichen Keramik oder Umwelttechnik stark aufgestellt ist, können Anleger die Aktie auch wegen der attraktiven Dividende näher unter die Lupe nehmen.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.