RIB Software-Aktie: Neue Partnerschaft sorgt für Kurssprung

RIB-Software-Aktie: Kooperation katapultiert Aktie in die Höhe. Digitalisierung des Baugeschäfts soll für Rückenwind sorgen. Bewertung weiterhin ambitioniert (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Balsam auf die Seele der Anleger dürfte der Kurssprung in der vergangenen bei dem TEC DAX-Konzern RIB Software gewesen sein. Denn wer im März noch bei Kursen um 35 Euro einstieg, sitzt mittlerweile auf herben Verlusten. Immerhin sackten die Papiere zwischenzeitlich auf unter 18 Euro ab, bevor die jüngste gemeldet Partnerschaft mit ICS für einen Kurssprung von 10% auf über 20 Euro sorgte.

RIB Software im Porträt

RIB Software bietet Software für die Planung, Kostenkalkulation und das Management von Bauprojekten an. Der Angebotsfokus liegt auf 5D-Bauplanung und Bauausführung. Zuletzt sorgte eine Kooperation mit Microsoft für Rückenwind. Dabei soll die Bausoftware auf einer Cloud-Plattform zur Miete über das Internet den Kunden angeboten werden.

Zugleich hatte die Zusammenarbeit mit dem Auftragsfertiger Flex für Phantasie gesorgt.  In einem gegründeten Joint Venture (YTWO) bieten die beiden Immobilienfirmen die RIB Software-Produkte in Kombination mit der Lieferkettensoftware von Flex an. In dem Geschäftsmodell der Gemeinschaftsfirma überlassen die Schwaben den Nutzern der Plattform für ihre Zulieferer kostenlos Lizenzen für die Kostenkalkulationssoftware.

Partnervertrag sorgt für Kurssprung

Der Kurssprung von 10% am vergangenen Donnerstag ging auf das Konto einer neu abgeschlossenen Partnerschaft und einer Investitionsvereinbarung mit ICS. Dabei handelt es sich um einen von Microsoft zertifizierten Partner aus Redmond. Um die Entwicklung voranzutreiben, investiert RIB Software 1 Millionen Euro in ICS, was 40% der Anteile des Unternehmens entspricht.

RIB Software: Kooperation mit Microsoft katapultiert Aktie nach obenRIB-Software: Microsoft-Kooperation lässt Aktienkurs explodieren. Nach Kursrally ambitionierte Bewertung. Anleger blenden Risiken zunehmend aus › mehr lesen

Der Abschluss ist ein wichtiger Schritt nach dem Start der MTWO-Initiative mit Microsoft und der im ersten Halbjahr 2018 erfolgten Kapitalerhöhung. Die Vereinbarung bedeutet für RIB den nächsten Entwicklungsschritt zur Bildung eines globalen Partnernetzwerks, um die Geschäftsziele zu erreichen. Das Ziel des Unternehmens ist es, im Jahr 2018 drei bis fünf MSP-Partner zu gewinnen.

Trotz Korrektur ambitionierte Bewertung

Trotz der Konsolidierung in den zurückliegenden Monaten liegt der Börsenwert des Softwarespezialisten weiterhin bei knapp 1 Milliarde Euro. Für ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von zuletzt 108,3 Millionen Euro und einem Gewinn in Höhe von 18,4 Millionen Euro wahrlich kein Schnäppchen. Zwar hören sich die Unternehmensziele spektakulär an.

Immerhin will das Unternehmen durch die Kooperation mit Flex die Softwareumsätze auf 800 Millionen Euro verzehnfachen. Doch bislang sind das alles nur ambitionierte Gedankenspiele. In diesem Jahr soll der Umsatz auf 117 bis 127 Millionen Euro klettern, was lediglich einem Zuwachs zwischen 8 und 17% entspricht.

Auf dem aktuellen Kurs wird das Unternehmen mit mehr als dem 8-Fachen Umsatz und dem fast 60-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet. Damit eignet sich das Papier nur für den spekulativen Anleger, der erwartet, dass sich die Digitalisierung der Baubranche zügig und massiv auf die Geschäfte der Stuttgarter Firma niederschlägt. Alle anderen Anleger dürften besser beraten zu sein, die Entwicklung vorerst von der Seitenlinie zu verfolgen und abzuwarten, ob sich der Erfolg aus der Kooperation mit Microsoft auch wirklich erzielen lässt.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.