RIB Software: Aktienkurs geht nach Übernahmeofferte durch die Decke

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Der französische Industriekonzern Schneider Electric legt Milliardenofferte für RIB Software auf den Tisch. Eine satte Prämie von 50% lässt Anleger jubeln. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Da kamen die Anleger aus dem Grinsen nicht mehr raus: Nachdem der Stuttgarter Bausoftwarespezialist gerade erst seine Prognose anhob, flatterte gestern ein milliardenschweres Übernahmeangebot auf den Tisch. Der französische Industriekonzern Schneider Electric streckt seine Fühler nach dem CAD-Softwareanbieter aus und taxiert den Wert des Unternehmens auf satte 1,5 Milliarden Euro. Die Anleger versetzte das Übernahmeangebot in Jubelstimmung. Der Preis der Anteile schoss um 41% auf 29,14 Euro in die Höhe und notiert damit minimal über dem Angebotspreis.

RIB Software im Portrait

Bevor ich auf die aktuelle Offerte eingehe, ein paar Takte zum Geschäftsmodell der Stuttgarter: RIB Software bietet Softwarelösungen für das Bauwesen. Der Angebotsfokus liegt auf 5D-Bauplanung und Bauausführung. Die Gesellschaft konzentriert sich auf Softwarelösungen, die die gesamte Wertschöpfungskette bei Bau- und Infrastrukturprojekten abdecken – inklusive Projekt-Konzeption, Planung, Budgetierung und Ausschreibung, Schätzungen, Beschaffung, Koordination, Kontrolle und Wartung.

Zusätzlich bietet RIB ihren Kunden Service- und Beratungsleistungen und entwickelt bei Bedarf kundenspezifische Anwendungen. Zu den Kunden gehören Bauunternehmen, Bauträger, Eigentümer, Investoren und Regierungen. Sie nutzen die Lösungen von RIB unter anderem für die Erstellung von Preisdatenbanken, zur Tragwerksplanung, zum Büro- und Projektmanagement und zur Mengenermittlung.

Schneider Electric bietet 29 Euro je Aktie

Schon seit geraumer Zeit machten immer mal wieder Übernahmegerüchte die Runde. Firmenboss Tom Wolf, der mit seiner Familie selbst knapp 17% aller Aktien hält, machte keinen Hehl daraus, dass er mit möglichen Investoren spricht. Jetzt hat Schneider Electric angebissen und bietet 29 Euro je Anteilschein. Das entspricht einem Aufschlag von 40% über den Börsen-Schlusskurs vom Vortag und bewertet RIB Software mit 1,5 Milliarden Euro.

Schneider Electric will Digitalisierung forcieren

Das Ziel des Deals liegt auf der Hand: Die Franzosen wollen mit dem Zukauf vor allem ihre Digitalisierungskompetenz ausbauen. Darüber hinaus sprechen beide Firmen mit den gleichen Zielkunden. Schneider ist weltweit führend in der digitalen Transformation von Energiemanagement und Automatisierung und ermöglicht so Effizienz und Nachhaltigkeit für seine Kunden. Zuletzt kamen die Franzosen mit 137.000 Mitarbeitern auf einen Jahresumsatz von 27 Milliarden Euro.

Der Verwaltungsrat der RIB Software hat der Transaktion bereits zugestimmt und unterstützt das Übernahmeangebot. RIB Software soll in Zukunft unter dem Dach von Schneider Electric weitergeführt werden. Die Mindestannahmeschwelle ist auf 50% (plus eine RIB-Aktie) des Grundkapitals der Gesellschaft vorgesehen.

RIB Software im Wachstumsmodus

Zuletzt konnte der Softwarespezialist kräftige Zuwachsraten verbuchen. In 2019 kletterten die Umsätze um 57% auf 214,3 Millionen Euro. Allerdings zum Großteil über Zukäufe: Organisch lag das Wachstum „nur“ bei 12%. Unterdessen wuchs das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 50,1 Millionen Euro (+32% zum Vorjahr).

Umsatz soll auch in 2020 deutlich nach oben klettern

Auch für 2020 zeigt sich die Konzernführung optimistisch. So soll der Umsatz peilt auf 270 bis 310 Millionen Euro ansteigen und das EBITDA auf 57 bis 65 Millionen Euro erhöhen. Aktuell nutzen 69.265 User die Plattform von RIB-Software. Im Jahr 2020 will der Konzern auf der Cloud-basierten Software-Plattform die Marke von 100.000 Nutzern knacken.

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RIB Software: Schneider Electric legt Milliardenofferte vorDer französische Industriekonzern Schweizer Electronic will den deutschen Bausoftware-Spezialisten RIB Software übernehmen.  › mehr lesen


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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