RIB Software: Kurs auf Achterbahnfahrt

Die Aktie von RIB Software hat ihre hohen Gewinne der vergangenen Monate in nur einer Woche komplett wieder abgegeben. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

In der vergangenen Woche mussten die Aktionäre von RIB Software schlechte Nachrichten verdauen. Zum einen kam es zu einer Kapitalerhöhung, zum anderen präsentierten sich viele Analysten zurückhaltend gegenüber der künftigen Performance des Wertes. Das drückte den Kurs um über 30%.

Unternehmensportrait

Die RIB Software SE mit Hauptsitz in Stuttgart wurde 1961 gegründet und gehört zu den größten Softwareanbietern im Bereich der Enterprise-Resource-Planning-Lösungen für das Bauwesen.

Kapitalerhöhung sorgt für fallende Kurse

Die erfolgte Kapitalerhöhung in der vergangenen Woche drückte stark auf die Stimmung: So wurden mehr als gut 4,68 Mio. neue Papiere zu je 28,00 Euro platziert – dieser Schritt erfolgte pünktlich nach einem mehrmonatigen Höhenflug des Wertpapieres. Insgesamt nahm RIB Software durch diesen Schritt somit brutto 131 Mio. Euro ein. Dabei sollen diese Gelder zum einen in den Ausbau des Geschäfts rund um die Cloud gesteckt werden, zum anderen möchte der Konzern 100 Mio. Euro bar zur Verfügung halten, um in den Märkten agiler und schneller zu sein.

Seit dem Börsengang 2011 platzierte der Konzern bereits drei Kapitalerhöhungen. Hier sollte in Zukunft seitens des Vorstands etwas vorsichtiger agiert werden, um nicht das Vertrauen der Anleger noch weiter zu erschüttern.

Kooperation mit Microsoft sorgte für steigende Kurse

Seit Beginn des Jahres gab es bereits einige erfolgsversprechende Meldungen. So gibt es seit dem vergangenen Monat eine Zusammenarbeit mit Microsoft mit dem Zweck, beim Aufbau der Cloud-Plattform für das Bauwesen MTWO zu kooperieren. Das Geschäftsmodell besteht darin, Gebühren für das Abonnement der durch die beiden in der Cloud bereitgestellten Software- und Daten-Services zu erheben.

Diese Aussicht sorgte im Februar und März dafür, dass die Aktien bis zu einem Rekordhoch von mehr als 36 Euro anstiegen, was zugleich eine Verdreifachung des Kurswertes seit Ende 2015 bedeutet. In der vergangenen Woche gab es dann den rapiden Rückschlag, der selbst am Montag noch andauerte.

Unkonkreter Ausblick für 2018

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr hinterlässt wenig Konkretes: Unternehmensangaben zufolge soll sich das operative Ergebnis (Ebitda) in der Range zwischen 33 und 43 Mio. Euro bewegen. Zudem wird eine Zielspanne für den Umsatz von 117 bis 127 Mio. Euro genannt. Aus Anlegersicht sind derart unkonkrete Prognosen relativ  unbefriedigend.

Angeschlagene Charttechnik

Aus charttechnischer Sicht hat die Unterstützungsmarke bei rund 26 Euro nicht gehalten – in einer Spanne zwischen dieser Marke und 28 Euro rangierte der Wert recht lange. Um „grünes Licht“ seitens der Charttechnik zu bekommen, müsste der Aktienkurs relativ schnell wieder in diese Regionen klettern – was immerhin einem Zugewinn von knapp 20% entspricht.

Wer darauf spekulieren will, braucht – insbesondere in der aktuellen Börsenphase – schon eine gewisse Risikobereitschaft.

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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