RIB Software: Schneider Electric legt Milliardenofferte vor

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Der französische Industriekonzern Schweizer Electronic will den deutschen Bausoftware-Spezialisten RIB Software übernehmen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Der französische Industriekonzern Schneider Electric streckt seine Fühler nach dem deutschen CAD-Softwareanbieter RIB Software aus und taxiert den Wert des Unternehmens auf satte 1,5 Mrd. Euro. Der Preis der RIB-Aktien schoss deutlich in die Höhe und notiert aktuell in etwa auf Höhe des Angebotspreises.

Bevor ich auf die aktuelle Offerte eingehe, ein paar Takte zum Geschäftsmodell der Stuttgarter: RIB Software bietet Softwarelösungen für das Bauwesen an. Der Angebotsfokus liegt auf 5D-Bauplanung und Bauausführung.

Die Gesellschaft konzentriert sich auf Softwarelösungen, die die gesamte Wertschöpfungskette bei Bau- und Infrastrukturprojekten abdecken, inklusive Projekt-Konzeption, Planung, Budgetierung und Ausschreibung, Schätzungen, Beschaffung, Koordination, Kontrolle und Wartung.

Zusätzlich bietet RIB seinen Kunden Service- und Beratungsleistungen und entwickelt bei Bedarf kundenspezifische Anwendungen. Zu den Kunden gehören Bauunternehmen, Bauträger, Eigentümer, Investoren und Regierungen. Sie nutzen die Lösungen von RIB unter anderem für die Erstellung von Preisdatenbanken, zur Tragwerksplanung, zum Büro- und Projektmanagement und zur Mengenermittlung.

Schneider Electric bietet 29 Euro je Aktie

RIB-Chef Thomas Wolf, der mit seiner Familie selbst knapp 17% aller Aktien hält, machte keinen Hehl daraus, dass er mit möglichen Investoren spricht. Jetzt hat Schneider Electric angebissen und bietet 29 Euro je Anteilschein. Das entspricht einem Aufschlag von 40% über den Börsen-Schlusskurs vom Vortag und bewertet RIB Software mit 1,5 Milliarden Euro.

Das Ziel der angestrebten Übernahme von RIB Software liegt auf der Hand: Die Franzosen wollen mit dem Zukauf vor allem ihre Digitalisierungskompetenz ausbauen. Darüber hinaus sprechen beide Firmen mit den gleichen Zielkunden.

Schneider ist weltweit führend in der digitalen Transformation von Energiemanagement und Automatisierung und ermöglicht so Effizienz und Nachhaltigkeit für seine Kunden. Zuletzt kamen die Franzosen mit 137.000 Mitarbeitern auf einen Jahresumsatz von 27 Mrd. Euro.

Der Verwaltungsrat der RIB Software hat der Transaktion bereits zugestimmt und unterstützt das Übernahmeangebot. RIB Software soll in Zukunft unter dem Dach von Schneider Electric weitergeführt werden. Die Mindestannahmeschwelle ist auf 50% (plus eine RIB-Aktie) des Grundkapitals der Gesellschaft vorgesehen.

RIB Software strebt weiteres Wachstum an

Zuletzt konnte der Softwarespezialist kräftige Zuwachsraten verbuchen. 2019 kletterten die Umsätze um 57% auf 214,3 Mio. Euro. Allerdings zum Großteil über Zukäufe: Organisch lag das Wachstum nur bei 12%. Unterdessen wuchs das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) unterproportional zum Umsatz um 32% auf 50,1 Mio. Euro.

Auch für 2020 zeigt sich die Konzernführung optimistisch. So soll der Umsatz auf 270 bis 310 Mio. Euro steigen und das EBITDA sich auf 57 bis 65 Mio. Euro erhöhen. Das Übernahmeangebot für RIB zeigt, dass deutsche Mittelständler bei ausländischen Firmen und Investoren gefragt sind.

Ich gehe davon aus, dass es in den kommenden Wochen und Monaten noch zahlreiche weitere Übernahmen in Deutschland geben wird, da viele Nebenwerte 30 bis 50% unter den alten Rekordkursen notieren. In meinen Börsendiensten Depot-Optimierer und Power-Depot befinden sich gleich mehrere aussichtsreiche Übernahme-Kandidaten.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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