RIB Software: Trendwende nicht in Sicht

Auch wenn es immer wieder Signale gibt, die auf eine schwächelnde deutsche Wirtschaft hindeuten, steht jedoch fest, dass zumindest die Baubranche in diesem Jahr weiterhin deutliche Zuwächse verzeichnen wird.

Ein Profiteur dieser Entwicklung dürfte die RIB Software AG sein, die als ein Vorreiter im Bauwesen gilt. Nach einer zuletzt enttäuschenden Kursentwicklung der Aktie veröffentlichte das Unternehmen zu Wochenbeginn seine Geschäftszahlen. Eine Überraschung blieb dabei aus. Daher dürfte eine Trendwende auf sich warten lassen.

Unternehmensportrait

Das TecDAX-Unternehmen wurde 1961 gegründet und gehört zu den größten Softwareanbietern im Bereich der Enterprise-Resource-Planning-Lösungen für das Bauwesen.

RIB sieht sich selbst als Vorreiter für Innovationen im Baubereich, für die Erforschung und Bereitstellung neuer Technologien sowie für neue Denk- und Arbeitsweisen zur Steigerung der Produktivität im Bausektor.

Beispielsweis hat das Unternehmen mit iTWO eine cloudbasierte Software für Unternehmen entwickelt, die die maßgeblichen Akteure im Bauwesen – also Projektentwickler, Bauunternehmen, Industrieunternehmen, Auftraggeber und Investoren – miteinander vernetzt.

Geschäftszahlen im Rahmen der reduzierten Erwartungen

Auf den ersten Blick fallen die Zahlen, die zu Wochenbeginn veröffentlicht wurden, zunächst eher ernüchternd aus: Auf Grund verspäteter Aufträge wurde das ursprüngliche Ziel nicht erreicht.

So gab es nur noch einen Umsatzanstieg von 17% auf 82 Mio. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach hingegen um 29% auf 25 Mio. Euro ein. Als Grund nannte das Unternehmen erhöhte Ausgaben für Beratung und Entwicklung.

Diese Zahlen liegen im Rahmen der im Herbst auf Grund der Verzögerungen gekappten Jahresprognose. Zuvor wurde ein Umsatz von mindestens 85 Mio. Euro und beim Ebitda mindestens 29 Mio. Euro in Aussicht gestellt.

Trotz Kursverfall immer noch ambitionierte Bewertung

Die Prognosesenkung kam bei den Anlegern (wie üblich) gar nicht gut an: Seit ihrem Hoch im Sommer 2015 hat die Aktie fast die Hälfte an Wert eingebüßt hat. Trotzdem ist sie längst kein Schnäppchen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp unter 30 fällt die Bewertung recht ambitioniert aus.

Die Charttechnik zeichnet immerhin ein positiveres Bild: Bei Kursen von rund 8,50 Euro hat der Wert eine nachhaltige Unterstützungslinie gebildet und tendiert gerade nach oben. Erst bei rund 12 Euro gibt es dann die nächste Widerstandslinie. Somit ist hier derzeit noch reichlich Luft nach oben vorhanden.

Ich bezweifle allerdings, dass die Aktie von RIB Software so schnell wieder an alte Glanzzeiten anknüpfen kann. Derzeit gibt es bei einer Menge Aktien günstige Einstiegskurse.

Darunter befinden sich viele Werte, die ihre Prognosen übertroffen statt verfehlt haben. Und im Zweifel setze ich lieber auf Aktien von Unternehmen, die für positive Überraschungen sorgen, diese bieten einfach das bessere Chancen/Risiko-Verhältnis.

2. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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