Richtiges Timing: So verkaufen Sie, wenn die Kurse steigen

Ein Kursfeuerwerk spielte sich ab, als die Notenbanken gestern unerwartet viel Geld in die Kapitalmärkte pumpten.

Der deutsche Leitindex Dax gewann über 5 Prozent. Rund 4,5 Prozent waren es beim US-Leitindex Dow Jones.

Angenommen, Sie haben sich zum Verkauf einiger Wertpapiere entschlossen. Wenn Sie erst jetzt eine Verkaufsorder aufgeben, kann es schon zu spät sein, um von den steigenden Kursen zu profitieren.

Wie aber lässt sich das Timing optimieren? Und der Verkauf genau dann abwickeln, wenn die Kurse gerade ein Hoch erreicht haben? Die Antwort lautet: Limitierte Wertpapierorders aufgeben.

Mit Limit ordern heißt: einen Mindestpreis festlegen

Wenn Sie sich die Ordermaske anschauen, sehen Sie viele Wahlmöglichkeiten. Eine dieser Wahlmöglichkeiten betrifft den Ordertyp. Am häufigsten wird „Billigst“ beziehungsweise „Bestens“ gewählt. Das bedeutet: Kaufe oder verkaufe zum aktuellen Kurs, egal, wo der gerade liegt.

Daneben gibt es Stop Buy und Stop Loss. Damit können Sie ein Papier kaufen oder verkaufen, sobald eine bestimmte Kursschwelle berührt oder über- beziehungsweise unterschritten ist.

Die Orderart, die Sie brauchen, um einen Mindestpreis festzulegen, lautet aber: Limit. Bei einer Kauforder geben Sie damit an, welchen Preis Sie maximal zu zahlen bereit sind. Bei einer Verkaufsordern den Preis, den Sie mindestens für Ihr Wertpapier erzielen möchten.

Bleiben wir beim Beispiel Verkaufsorder. Angenommen, Sie haben eine Aktie im Depot, deren Kurs aktuell bei 100 Euro liegt. Sie geben eine Verkaufsorder mit Limit 105 Euro ein. Dann heißt das: Solange der Kurs die 105 Euro nicht erreicht, bleibt die Aktie unverkauft.

Sobald aber der Kurs diese Größenordnung erreicht, greift auch Ihre Verkaufsorder. Auf diese Weise machen Sie mindestens 5 Prozent Plus, wenn der Kurs – wie gestern – plötzlich nach oben ausbricht.

Einziger Nachteil: Limitierte Orders werden nachrangig abgewickelt

Sie müssen allerdings beachten, dass jede Börse zuerst die unlimitierten Aufträge abwickeln muss. Also die mit der Orderart „Billigst“ beziehungsweise „Bestens“. Wenn also vor Ihnen noch fünf Verkaufsorders ohne Limit stehen, werden erst diese fünf Orders durchgeführt. Erst dann ist Ihre Order dran.

Im Ernstfall kann das bedeuten, dass Ihre Order unausgeführt bleibt. Etwa dann, wenn die Kurse nach Abwicklung der fünf unlimitierten Orders schon wieder gefallen sind.

Dazu mein Tipp: Wenn das Limit über Xetra nicht klappt, versuchen Sie es auf einer der Parkettbörsen, wo nicht so viele Orders auflaufen. Parkettbörsen sind beispielsweise Frankfurt, Stuttgart, München, Düsseldorf, Hamburg oder Berlin. Dort ist dann die Chance größer, zum Zuge zu kommen.

Glossar heute: Ordertypen

Ordertypen: Bei der Orderaufgabe haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Ordertypen. Damit können Sie festlegen, zu welchem Kurs beziehungsweise unter welchen Kursbedingungen Ihre Order ausgeführt wird. Billigst oder bestens bedeutet, die Ausführung erfolgt zum aktuellen Börsenkurs.

Limit bedeutet: Sie geben einen Mindestpreis (beim Verkauf) beziehungsweise Höchstpreis (beim Kauf) vor. Stop Loss bedeutet, verkauft wird erst, wenn der Kurs eine bestimmte Schwelle berührt oder unterschritten hat. Stop Buy ist ein Kauf, der erst getätigt wird, wenn der Kurs auf oder über ein bestimmtes Level gestiegen ist.

1. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Dr. Erhard Liemen. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt