Riesiger Berg fauler Kredite belastet die Banken in Europa

Die Wirtschaft in Deutschland, ja: in ganz Europa, hat mittlerweile volle Fahrt aufgenommen. So, oder so ähnlich tönt es schon seit Wochen in den Medien.

Das Thema „Krise“ steht überhaupt nicht mehr auf der Agenda. Nur ab und an wird am Rande noch auf diverse „Altlasten“ der Finanzkrise der Vorjahre hingewiesen.

Und höchst beachtlich ist dabei auch, dass vom Narrativ her so getan wird, als sei die Krise längst überwunden.

Krisenland Italien im Fokus

Jüngst vermeldete jedenfalls die Banken-Aufsicht der EZB, dass der Altbestand der Problem-Darlehen in Italien rückläufig sei.

Anders formuliert: Das Volumen fauler Kredite in den Büchern der Banken des Krisen-Landes ging auf „NUR“ noch 212 Mrd. zurück.

Das sei eben eine Hinterlassenschaft der Finanz- und Wirtschaftskrise… Und diesbzgl. ist Italien in der Euro-Zone derzeit immer noch „trauriger“ Spitzenreiter.

Weiter ging aus der Meldung der Banken-Aufsicht hervor, dass auch das Gesamt-Volumen an faulen Krediten im 2. Quartal 2017 deutlich geringer gewesen ist als noch in den ersten 3 Monaten 2017.

Volumen fauler Kredite bei 844 Mrd. €

Dennoch ist unter dem Strich festzuhalten:

Trotz des Rückgangs beim offiziell ausgewiesenen Bestand an faulen Krediten sind immer noch sage und schreibe 844 Mrd. € an toxischen Problem-Krediten in den Bilanzen der Banken der Euro-Zone verborgen.

Das ist schon eine gewaltige Hausnummer… Und selbst im Wirtschafts-Musterland Deutschland gibt es faule Bank-Kredite – und zwar trotz des aktuell immer wieder propagierten Wirtschaftswunders.

In den Bilanzen der Banken Deutschlands schlummern notleidende Kredite im Volumen von 65 Mrd. € vor sich hin – auch eine Summe, die wahrlich nicht gering und zu unterschätzen ist!

In Wahrheit ist es wohl noch viel schlimmer

Ja, liebe Leser, es kann an dieser Stelle nicht oft genug betont werden, dass diese Zahlen höchst „offizielle“ sind!

Anders formuliert: Es ist sehr wohl davon auszugehen, dass hinter den Kulissen alles dafür getan wird, diese so gering wie nur irgend möglich auszuweisen.

In Wahrheit dürften also nicht nur 844 Mrd. € an notleidenden Krediten im Feuer sein…

Insofern sollten wir uns keinesfalls Sand in die Augen streuen lassen. Die Banken-Krise ist alles andere als beendet, geschweige denn ausgestanden!

Momentan durchleben wir die Ruhe vor dem nächsten großen Sturm – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Und daher ist es auch nach wie vor ratsam, äußerst defensiv zu agieren und bis auf Weiteres „angeschnallt“ zu bleiben.

30. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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