Rio Tinto: Langweiliges Geschäftsmodell, aber die Gewinne sprudeln wieder

An der Börse feiert man zukunftsorientierte Geschäftsmodelle oft, auch wenn sie keine Gewinne bringen. Besser: Substanz bei Rohstoff-Firmen. (Foto: Rio Tinto)

An der Börse spielt die Fantasie bei Unternehmen immer eine große Rolle.

Neue Geschäftsmodelle wie Tesla mit Elektro-Fahrzeugen oder Twitter mit dem mobilen Nachrichten-System hören sich innovativ an.

Doch diese Geschäftsmodelle haben einen entscheidenden Fehler: Sie sind nicht profitabel.

Ganz anders stellt es sich bei vielen Rohstoff-Firmen dar: Dort ist das Geschäftsmodell langweilig – Beispiel Rio Tinto, einer der größten Bergbau-Konzerne der Welt:

Rio Tinto: Geschäftsmodell langweilig, aber ertragreich

Der Betrieb aus Großbritannien produziert Eisenerz, Kupfer, Aluminium und Energie. Hinzu kommen auch noch Diamanten und Gold.

Größter Umsatzbringer mit fast 50% ist dabei Eisenerz, gefolgt von Aluminium mit knapp 28%.

Nach den schweigen Jahren mit massiven Preisrückgängen hat Rio Tinto aber immer noch eine sehr starke Bilanz:

So macht das Eigenkapital noch immer 51% der Bilanzsumme aus – ein sehr solider Wert.

Hinzu kommt noch eine hohe Ertragskraft. Immerhin lag die Umsatz-Rendite im abgelaufenen Geschäftsjahr bei knapp 14%.

Noch einmal für Sie zum Verständnis: Bei einem Umsatz von 100 Dollar bleibt hier ein Gewinn von knapp 14 Dollar übrig – ein wirklich starker Wert!

Nur für Sie zum Vergleich: Wal Mart, einer der größten Einzelhändler der Welt, bringt es nur auf eine Umsatz-Rendite von knapp 3% – und das schon seit langer Zeit.

Hier sehen Sie also ganz klar: Rio Tinto ist nicht nur solide aufgestellt hinsichtlich der Bilanz. Der Minen-Konzern erwirtschaftet auch wieder ordentliche Gewinne.

Auch das gilt: Höhere Chancen und höheres Risiko bei Rohstoff-Aktien wie Rio Tinto

Allerdings weist ein Rohstoff-Konzern auch große Risiken auf.

So ist das Unternehmen klar abhängig von der Entwicklung in China. Dort wird Eisenerz beispielsweise für die Stahlindustrie massiv nachgefragt.

Daher ist das asiatische Boomland auch mit einem Umsatz-Anteil von 42% der wichtigste Absatzmarkt für Rio Tinto.

Wenn also in China die Konjunktur schwächelt – bekommt Rio Tinto Probleme.

Genau das zeigte sich v. a. im Jahr 2015, als der Eisenerz-Preis massiv einbrach – und die Rio Tinto Aktie weit mehr als 40% an Wert verlor.

Bei Rio Tinto sieht’s gut aus

Doch die harte Zeit ist erst einmal vorbei – das zeigten auch die jüngsten Zahlen:

Nach einem Verlust von 0,92 Dollar pro Aktie erreichte Rio Tinto hier zuletzt wieder einen Gewinn von 1,60 Dollar pro Aktie.

Die Zeichen stehen zudem gut, dass es bei Rio Tinto so positiv weitergeht, während Twitter und Tesla wohl auf die Trendwende bei den Gewinnen erst einmal noch warten müssen.

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.

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