Ripple XRP: Das Comeback eines Totgesagten

Stack of ripple coins with a laptop in the background

Der Ripple ist die Kryptowährung der Stunde - auf Monatssicht ging es um 700% nach oben. Doch wo liegt der Grund für diese Kursrallye? (Foto: Tierney / Adobe Stock)

Bitcoin und Ethereum sind seit Jahren auch für Nicht-Krypto-Experten ein Begriff. Der XRP-Token von Ripple ist hingegen bislang ein Nischeninvestment. Anfang 2018 setzte das Geldsystem zum Höhenflug an, stürzte jedoch fast genauso schnell wieder ab. Doch nun ist der Ripple zurück und stieg auf Monatssicht um fast 300%.

Erstmals seit 2018 kletterte XRP in der Nacht vom 10. zum 11. April wieder über die magische Grenze von einem Euro und notiert inzwischen wieder deutlich über 1,40 Euro. Auf Jahressicht gesehen bedeutet dies ein Kursplus von mehr als 700 Prozent. War der Ripple vor einer Woche noch die siebtgrößte Kryptowährung weltweit, ist er inzwischen bis auf Rang 4 aufgestiegen. Was aber sind die Hintergründe dieser Kursrallye?

Ripple XRP: Im Fokus der Ermittlungen

Ripple kam Ende des vergangenen Jahres in die Schlagzeilen, als die US-Börsenaufsicht SEC Ermittlungen gegen den Herausgeber der Kryptowährung angekündigte. Ripple Labs wird vorgeworfen, nicht-registrierte Wertpapiere in Form von XRP-Token verkauft zu haben. So soll das Unternehmen fast 1,4 Milliarden US-Dollar eingenommen haben. Eine Einstufung von Ripple als Wertpapier würde das Aus für die Währung bedeuten, viele Anleger und Experten gingen auf Abstand.

In Folge dieser Entwicklung fiel der Kurs Ende Dezember auf ein Allzeit-Tief von 0,14 Euro. Die sagenhafte Kurssteigerung, die andere Kryptowährungen wie der Bitcoin zu Beginn des Jahres hinlegten, konnte nicht mitgenommen werden – zu groß war die Angst der Anleger vor einem Verbot der Währung. Da das Token im Zuge der Ermittlungen von mehreren großen Kryptobörsen wie Binance und Coinbase aus dem Handel genommen wurde, ist der Handel bis heute deutlich erschwert.

Ripple XRP: Baldiges Urteil und Rückkehr an die Börsen?

Die nun stattfindende Kursrallye basiert nun ebenfalls auf den SEC-Ermittlungen und der Hoffnung auf ein baldiges Urteil. Aussagen der zuständigen Richterin Sarah Netburn rückten XRP vor wenigen Tagen deutlich in Richtung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen, die von der SEC nicht als Wertpapier eingestuft worden waren.

Und auch die Kryptobörsen können laut neuesten Aussagen der SEC wohl nicht für eine Entscheidung gegen Ripple verantwortlich gemacht werden. Die Ermittlungen konzentrieren sich zukünftig wohl allein auf den Herausgeber. Somit wird der Ripple wohl in naher Zukunft wieder an den Börsen gelistet. Berichten zufolge ist der Ripple in der API-Schnittstelle von Coinbase bereits wieder auffindbar.

Neues Allzeithoch in Sicht?

Gute Zeichen also für Anleger, die dem Ripple nun im Vergleich zu anderen Kryptowährungen ein großes Aufholpotential bescheinigen. Bis zum Allzeithoch von rund 3,22 Euro, das der Ripple 2018 erreicht hatte, ist es zwar noch ein weiter Weg, viele Experten sehen dieses Hoch jedoch in Reichweite.

Vorsicht bleibt allerdings weiter geboten. In der Vergangenheit kam es schon häufiger vor, dass größere Investmentfonds die Seitwärtsphasen des Bitcoins ausnutzen, um in alternative Kryptowährungen wie Ripple zu investieren. Haben diese dann einen gewissen Anstieg verzeichnet, verlagert sich der Fokus zurück auf den Bitcoin.

Ein Blick auf den Ripple und die SEC-Ermittlungen könnte sich in den kommenden Tagen und Wochen unabhängig von einem eigenen Investment lohnen. Sollte das Urteil in den USA wirklich positiv ausfallen, dürfte es dem gesamten Kryptomarkt weiteren Aufschwung geben. Die Zeichen dafür stehen bisher auf jeden Fall sehr gut.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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