Riskante Übernahme-Branchen: Der Einzelhandel

Wir warnen Sie immer wieder vor Spekulationen mit angeschlageneren Übernahme-Kandidaten.

Diese können bei einem unerwarteten Verhandlungs-Abbruch oder fehlender Genehmigung durch die Behörden stark unter Druck geraten.

Es ist zwar immer mal möglich, dass Ihnen dadurch ein Deal durch die Lappen geht, der Ihnen einen Gewinn beschert hätte.

Doch in der Summe lohnt die Spekulation mit Übernahme-Kandidaten in der Krise meiner Erfahrung nach nicht.

Trotz guter Konsumenten-Stimmung: Stationärer Handel in der Krise

Diverse Übernahmen sind zuletzt nicht zustande gekommen. Auffallend häufig scheiterten dabei Transaktionen im Einzelhandel (Retail).

Während es bei dem Zusammenschluss von Rite Aid mit Walgreens Boots Aliance sowie Office Depot mit Staples am Widerstand der Wettbewerbs-Sehörden scheiterte, lag ein Deal-Aus auch häufig an unterschiedlichen Preisvorstellungen.

Die Retail-Branche kriselt schon seit Jahren; überholt vom Internet-Handel verliert der kostenintensive stationäre Handel immer mehr an Bedeutung.

Die Gewinnspannen sind oft in Bodennähe. Nicht wenige Unternehmen arbeiten sogar  mit Verlust und hoffen auf bessere Zeiten.

Doch ob die wirklich kommen, ist fraglich. Die Konjunktur brummt, die Kauffreude in Europa, den USA und Asien ist hoch.

Konzerne, die schon lange am Markt sind und jetzt nicht gewinnbringend arbeiten, für die sieht es langfristig düster aus.

Trotz steigender Börsen: Einzelhandels-Firmen oft 2-stellig im Minus

Wenn Sie sich die Aktienkurs-Verläufe der Einzelhandels-Unternehmen anschauen, finden Sie sehr oft 2-stellige Kursverluste.

Supermarkt- und Kaufhaus-Ketten, Mode-Labels, Drogerien, Elektronik-  und Büroartikel-Ketten leiden unter der scharfen Konkurrenz und dem Online-Handel.

Mit Hilfe von Übernahmen hoffen die Firmen, der Abwärts-Spirale zu entkommen. Größen-Effekte steigern die Effizienz und machen es damit möglich, die Waren günstiger anbieten zu können.

Die Investoren begrüßen die Pläne und setzen bei Bekanntgabe oder entsprechenden Gerüchten auf eine Wende der Aktie – speziell wenn ein Konzern auf der Suche nach einem passenden Käufer ist.

Die Wette ist aber riskant.

Trotz hoher Übernahme-Aktivität: Meiden Sie die Einzelhandels-Branche

Gestern hat sich einmal mehr gezeigt, warum Spekulationen mit angeschlagenen Übernahme-Kandidaten sehr sorgfältig ausgewählt werden müssen:

Die Aktie der Mode-Kette Abercrombie & Fitch tauchte gestern über 20% ab.

Das geschah, nachdem das Unternehmen mitteilte, dass der Verkaufs-Prozess ergebnislos verlief und man nun alleine weitermachen möchte.

Die Aussage des Konzerns, sich jetzt doppelt anstrengen zu wollen, fiel bei den Investoren auf taube Ohren.

Nach 4 Jahren mit fallenden Umsätzen fragen sich die Anleger, warum das nicht schon vorher gemacht wurde.

Jetzt droht Abercrombie & Fitch von der Schuldenlast erdrückt zu werden, denn die Firmen-Prognose ist ungünstig.

Wir warnen Sie davor, nach dem gescheiterten Verkaufs-Prozess noch auf ein Wiederaufleben der Übernahme-Chance zu setzen.

Wenn nicht einmal Finanz-Investoren ein Angebot auf den Tisch legen, dass in der schweren Krise für Abercrombie & Fitch annehmbar ist, dann sieht es nicht gut aus.

Für Abercrombie & Fitch gilt daher auch nach dem Kurs-Debakel: Strong sell!

Sehr vorsichtig sollten Sie auch bei den Kollegen aus der Einzelhandels-Branche sein:

Denn obwohl es weiterhin viele Zusammenschlüsse geben wird, lohnt sich die Übernahme-Jagd nur punktuell.


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11. Juli 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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