Roche-Aktie stagniert trotz sehr erfreulicher Geschäfts-Entwicklung

Das Kursfeuerwerk zur Halbjahres-Bilanz war heftig – und kurz: Die Roche-Aktie rutscht seit Wochen ins Minus. Ist das eine Kaufgelegenheit? (Foto: Jonathan Weiss / Shutterstock.com)

Lichtblick bei Roche: Der Schweizer Pharma-Konzern hat Anleger und Analysten mit seiner Halbjahres-Bilanz positiv überrascht.

Roche präsentiert starke Halbjahres-Bilanz

Die Zahlen für die ersten 6 Monate des laufenden Jahres lagen überwiegend oberhalb der Schätzungen:

So stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum um 5% auf gut 26 Mrd. Schweizer Franken. Der Reingewinn kletterte um 2% auf 5,6 Mrd. Franken.

Besonders stark präsentierte sich – wenig überraschend – die Pharma-Sparte:

Diese konnte ihren Umsatz um 5% verbessern und steuerte mit 20,5 Mrd. Franken den Löwenanteil zum Umsatz des Gesamt-Konzerns bei.

Richtig gut liefen die Geschäfte in den USA, wo die Verkäufe um 8% gesteigert werden konnten.

Auch in den Teilregionen Lateinamerika sowie Asien-Pazifik legten die Umsätze spürbar zu, während die Geschäfte in Europa stagnierten.

Auch die kleinere Sparte „Diagnostics“ verbesserte ihre Verkäufe um 5% auf 5,8 Mrd. Franken.

Im Zuge der starken Halbjahres-Bilanz erhöhte das Management zugleich die Prognose für das Gesamtjahr:

So rechnet man bei Roche nun zu konstanten Wechselkursen mit einer Steigerung von Umsatz und Gewinn im mittleren 1-stelligen Prozentbereich.

Zuvor war man von einem Plus im niedrigen 1-stelligen Prozentbereich ausgegangen.

Erfolgreich mit neuen Medikamenten

Erfreulich aus Sicht von Konzernführung und Anlegern:

Die guten Zahlen gehen nicht zuletzt auch auf neu eingeführte Medikamente zurück, die erfolgreich am Markt platziert werden konnten.

Insbesondere das Mittel Ocrevus zur Behandlung von Multipler Sklerose gilt als Hoffnungsträger, der die Kassen bei Roche bereits jetzt kräftig klingeln lässt:

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Allein seit der US-Markteinführung im April erzielte das Medikament bereits einen Umsatz in Höhe von 192 Mio. Franken.

Doch auch das Krebsmittel Perjeta, das bei einer Kombinations-Therapie gegen Brustkrebs zum Einsatz kommt, verkaufte sich zuletzt besser.

Mit einem stärkeren Druck durch günstigere Nachahmer-Produkte rechnet der Vorstand erst zum Jahresende bzw. ab 2018.

Und so dürfte das laufende Jahr für Roche eine starke Entwicklung bereithalten.

Roche-Aktie: Genussschein unter Verkaufsdruck

An der Börse wurden die Zahlen mit einem kurzzeitigen Kursfeuerwerk gefeiert – allerdings bleibt aus Anlegersicht auch ein dicker Wermutstropfen:

Denn seit den Jahres-Höchstständen von rund 250 € oder 273 Franken, die der Roche-Genussschein im Mai erzielen konnte, ging es rapide abwärts.

Allein in den letzten 3 Monaten ist das Papier um rund 12% eingebrochen und kostete zuletzt nur noch etwa 214 € oder 241 Franken.

Analysten werten den Kurs-Rückgang jedoch mehrheitlich als gute Einstiegs-Gelegenheit, viele aktuelle Studien raten zum Kauf.

Und selbst diejenigen, die eine neutrale Haltung einnehmen, sehen mehrheitlich Aufwärts-Potenzial für das Papier.

Die Kursziele derer, die zum Halten des Genussscheins raten, liegen überwiegend im Bereich zwischen 250 und 275 Franken.

Positive Analysten-Stimmen, die das Papier zum Kauf empfehlen, setzen bei 275 Franken erst an.

Sie rechnen mit einem Potenzial von 290 Franken – vereinzelt auch mehr (Barclays: 305 Franken, Goldman Sachs: 335 Franken).

2017-08-11 Roche

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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