Roche Aktie: Das ist das Potential der neuen Wunderpillen

Immuntherapie heißt das neue Mekka der Krebsforschung.

Dabei wird das eigene Immunsystem der Patienten mit Unterstützung von Wirkstoffen dazu gebracht, die Krebszellen selbst zu erkennen und zu zerstören.

Teilweise erzielten Studien in diesem Bereich bereits bessere Ergebnisse als die Chemotherapie, die bei vielen Krebsarten nach wie vor 1. Wahl der Behandlung ist, aber von zahlreichen unangenehmen Nebenwirkungen begleitet wird.

Die Nummer 1 in Sachen Krebstherapie ist der Schweizer Pharmakonzern Roche – selbstredend will man daher auch führend sein im neuen Behandlungsfeld der Immuntherapie.

An insgesamt 7 Wirkstoffen forschen die Schweizer diesbezüglich momentan.

Blockbuster in der Pipeline

Als besonderer Lichtblick gilt dabei der Wirkstoff Atezolizumab, der sich zurzeit in einer Phase-II-Studie befindet und dort Erfolge bei der Therapie von kleinzelligem Lungenkrebs erzielen konnte.

Branchenkenner sprechen bereits von einem Blockbuster-Medikament, der Roche nach kostenintensiver Entwicklungsphase in den kommenden Jahren sprudelnde Gewinne einbringen dürfte.

Der potenzielle Markt für immuntherapeutische Ansätze wird in zehn Jahren auf 35 Mrd. Dollar geschätzt.

Schon jetzt kann Roche seinen Investoren glänzende Zahlen präsentieren: Im Jahr 2014 belief sich der Umsatz auf 47,5 Mrd. Franken, der Gewinn lag bei 9,5 Mrd. Franken. Die Jahresprognose für 2015 hat das Unternehmen mittlerweile bekräftigt.

Demnach soll der Umsatz währungsbereinigt im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen, wobei der Gewinn je Aktie im Verhältnis etwas stärker wachsen soll.

Analysten sehen deutliches Kurspotenzial

Besonderes Bonbon für Anleger: Auch die Dividende soll für 2015 angehoben werden – kein Wunder also, dass Analysten das Papier reihenweise zum Kauf empfahlen. Auch sehen sie deutliches Kurspotenzial.

Das Papier, das zuletzt für rund 270 Franken zu haben war, sollte nach einhelliger Meinung deutlich mehr kosten. Die Kurszielspanne reicht dabei von 300 Franken (JP Morgan Chase) bis 348 Franken (HSBC).

Bereits im vergangenen Jahr zählte die Krebstherapie zu den wichtigsten Zugpferden bei Roche.

Ein neues Medikament zur Behandlung von Brustkrebs sorgte für einen beträchtlichen Umsatzzuwachs – ebenso wie einige Wirkstoffe gegen Autoimmun-Erkrankungen.

2015-08-27 Roche

Ist Roche schneller als die Konkurrenz?

Bei der Marktplatzierung der Immuntherapie dürfte nicht zuletzt das Timing eine große Rolle spielen. Denn die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht und forscht ihrerseits ebenfalls an verschiedenen Wirkstoffen für eine solche Behandlung.

Will Roche seine Marktführer-Stellung auch in diesem Segment behaupten, ist jetzt v. a. wichtig, wie es mit Atezolizumab weitergeht – kein anderes Medikament ist in der Pipeline der Roche-Forscher bereits so weit fortgeschritten und so kurz vor einer Zulassung.

Für Anleger empfiehlt es sich also, nach Neuigkeiten zu diesem Thema Ausschau zu halten.

Es könnte durchaus schnell gehen: Immerhin hat die US-Arzneimittelbehörde FDA das Medikament bereits als Durchbruch bezeichnet bei der Therapie von Lungen- und Blasenkrebs. Wozu also noch lange warten?

28. August 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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