Roche gibt mächtig Gas: Aktie sieht günstig aus

Roche hat im 1. Quartal nicht geglänzt, aber auch nicht enttäuscht.

Die Wachstums-Raten bewegten sich überwiegend im unteren bis mittleren 1-stelligen Bereich.

Das ist genau der Rahmen, den der Pharma-Konzern auch selbst angepeilt hatte.

Der Umsatz im Bereich Pharma kletterte um 5% auf 9,8 Mrd. Schweizer Franken (nach 9,3 Mrd. Franken im Vorjahres-Zeitraum).

Etwa die Hälfte davon wurde in den USA erwirtschaftet. Der Bereich Diagnostika stieg um 4% von gut 2,5 auf etwas über 2,6 Mrd. Franken.

Auch insgesamt wuchs die Roche-Gruppe um 4%, der Gesamt-Umsatz stieg von 11,8 auf 12,4 Mrd. Franken.

Die Unternehmens-Führung sieht sich auf einem guten Weg, auch die angepeilten Jahresziele zu erreichen, die sich in ähnlichen Größenordnungen bewegen sollen.

Patentschutz läuft ab

Branchen-Kenner wissen allerdings, dass die Luft dünner wird – bzw. die Konkurrenz stärker.

Betrachtet man die Zahlen im Detail, fällt auf, dass die Erfolge von Roche wesentlich auf den 3 Krebs-Medikamenten Rituxan, Herceptin und Avastin beruhen. Für 2 der 3 Mittel läuft allerdings der Patentschutz ab.

In Europa haben Rituxan und Herceptin ihren Patentschutz bereits 2013 und 2014 verloren, in den USA wird es 2018 und 2019 dazu kommen.

Dass beide Medikamente noch so stark laufen, liegt vor allem daran, dass die Wettbewerber bisher kein entsprechendes Nachahmer-Mittel auf den Markt gebracht haben.

Doch die Konkurrenz schläft nicht, ganz im Gegenteil: V. a. Pfizer, Amgen und Sandoz forschen fleißig an möglichen Alternativ-Produkten, die potenziell schon im kommenden Jahr auf den europäischen Markt kommen könnten.

Dadurch würden die Roche-Arzneien ihre Monopol-Stellung verlieren und in der Folge vermutlich auch deutlich geringere Einnahmen in die Kassen spülen.

Blockbuster in der Pipeline

Das weiß man auch in der Konzern-Führung, und so wird in den Laboren der Schweizer bereits kräftig an alternativen Goldeseln geforscht.

V. a. 2 Mittel befinden sich in der Pipeline bereits auf der Zielgeraden und könnten im nächsten, möglicherweise sogar noch in diesem Jahr eine Zulassung erhalten.

Die Rede ist von dem Krebs-Medikament Atezolizumab und Ocrelizumab, das zur Behandlung einer bestimmten Form der Multiplen Sklerose zum Einsatz kommen soll.

Gelingt der Durchbruch, haben auch diese beiden Mittel das Potenzial zum Blockbuster und könnten die bisherigen Umsatz-Bringer ablösen. Insofern gibt man sich bei Roche derzeit noch tiefenentspannt.

Das gilt im Übrigen auch für die Anleger, die die jüngsten Quartals-Zahlen mit einem Kursplus honorierten. Allerdings erholt sich der Genussschein nur allmählich von 2 tieferen Kursstürzen der vergangenen Monate.

Analysten sind jedoch zuversichtlich und stellen dem Papier klares Aufwärts-Potenzial in Aussicht.

Die Mehrheit der aktuellen Studien empfiehlt den Genussschein zum Kauf, der zuletzt etwa 240 Schweizer Franken bzw. 225 € kostete.

Die Kursziele der Analysten-Einschätzungen bewegen sich überwiegend im Bereich um 300 Franken.

2016-04-27 Roche

29. April 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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