Roche zahlt für Spark Therapeutics über 100% Übernahme-Prämie

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Roche übernimmt für 4,3 Mrd. Dollar Spark Therapeutics. Es ist der zweite Deal in einer Woche, bei dem eine Prämie von über 100% auf den Aktienkurs gezahlt wird. (Foto: Jonathan Weiss / Shutterstock.com)

Das Übernahmekarussel auf dem Biotech-Markt dreht sich im ersten Quartal 2019 deutlich schneller als noch im vierten Schlussquartal des Vorjahres. Heute Morgen bestätigte der Baseler Pharmakonzern Roche AG am Wochende aufgekommende Übernahme-Gerüchte zum US-Gentechnikunternehmen Spark Therapeutics.

Den Einstieg in die Gentherapie lässt sich Roche richtig was kosten: Je Spark-Aktie bieten die Schweizer den Aktionären 114,50 US-Dollar, was einem Aufschlag von 122 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag bedeutet. Insgesamt ist Roche der Einstieg in den zukunftsweisenden Gentechnik-Markt 4,3 Milliarden US-Dollar wert.

Die Aufsichtsräte beider Unternehmen haben dem Übernahmevorhaben bereits zugestimmt, sodass der Abschluss der Transaktion nut noch Formsache ist.

Gentherapie-Unternehmen aktuell begehrte Ziele

Der von Roche gezahlte Übernahme-Preis ist eine Wette auf die Zukunf. Denn die Zahlen, die Spark Therapeutics bislang zu bieten hat, fallen eher bescheiden aus. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Spark lediglich ein Umsatzvolumen in Höhe von 64,7 Mio. US-Dollar bei einem Nettoverlust von 78,8 Mio. US-Dollar.

Severin Schwan, CEO der Roche AG, ist allerdings davon überzeugt, dass „Sparks nachgewiesene Erfahrung im Bereich der Gentherapie neue Chancen bei der Bekämpfung schwerer Erkrankungen bieten werde“. Und das mit neuen Gentherapien auch hohe Einnahmen zu erzielen sind, hat Spark bereits bewiesen: Die Behandlung einer seltenen Augenerkrankung mit Luxturna von Spark Therapeutics kostet laut Deutscher Apotheker Zeitung stolze 850.000 US-Dollar. Damit war Luxturna  das teuerste gentechnische Medikament, das 2018 auf dem US-Markt zugelassen war.

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Biotechnik-Markt bietet hohe Chancen aber auch Risiken

Übernahmen sind gerade im Bereich Bio- bzw. Gentechnik keine Seltenheit. So sorgten in der jüngsten Vergangenheit spektakuläre Übernahme-Deals wie z. B. die Übernahme von Immune Design durch Merck oder von Pacific Biosience durch Illumina für Schlagzeilen. Auch hier waren die Pharmakonzerne bereit, enorme Übernahme-Prämien von bis zu 310 Prozent zu zahlen.

Ob sich die hohen Investitionen rechnen, muss die Zukunft zeigen. Biotech-Übernahmen bieten einerseits hohe Gewinnchancen, wie das o.g. Beispiel Luxturna zeigt. Andererseits beinhalten sie auch große Risiken. Die Erforschung neuer Therapeutika ist kostspielig und die Zulassung neuer gentechnischer Medikamente imit einer langen Vorlaufzeit verbunden.

Dabei ist schwer abzuschätzen, ob es für eine Marktzulassung am Ende reicht oder nicht und wie groß dann das Umsatzpotenzial ist. Fällt die Forschung ins Wasser, können Investoren kleinerer Biotech-Unternehmen auch mal schnell die Hälfte ihres Einsatzes verlieren. Kommt plötzlich Konkurrenz auf, die in absehbarer Zeit ein überlegenes Medikament auf den Markt bringen wird, bricht erst die Umsatzerwartungen ein und dann der Aktienkurs.

Für Privatinvestoren ist es daher vielleicht eine gute Alternative, das Risiko zu streuen. Mit Biotech ETFs, einem passenden Branchenfonds oder Biotechbeteilligungsgesellschaften wie BB Biotech lässt sich vom boomenden Übernahme-Geschäft in der Biotech-Branche mit reduziertem Risiko gegenüber einer Einzelinvestition profitieren.


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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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