Rockwell Automation: Aktie des Automatisierungs-Spezialisten schießt nach neuer Jahresplanung auf Allzeithoch

Der Konzern Rockwell Automation ist bei deutschen Anlegern kaum bekannt – völlig zu Unrecht, handelt es sich bei dem Konzern doch um einer der weltweit führenden Spezialisten für Automatisierungs-Lösungen.

Zudem ist das US-Unternehmen ein wahrer Traditions-Konzern: Gegründet im Jahr 1903, ist die Firma mittlerweile seit 46 Jahren an der Börse gelistet.

Die Gesellschaft hat ihren Hauptsitz in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin und beschäftigt über 22.000 Angestellte, die Kunden in mehr als 80 Ländern betreuen.

Beim Blick auf den Aktienkurs dürfte sich wohl kein Anleger beschweren:

Mit den jüngsten Zahlen kletterten die Papiere auf fast 153 Dollar und markierten ein neues Rekordhoch. Damit erhöht sich das Kursplus der vergangenen 12 Monate auf über 60%.

15% Gewinn-Anstieg im 1. Quartal

Der Grund für den jüngsten Kurssprung ist auch schnell gefunden. Rockwell hat nämlich gerade seine Zahlen für das Jahresanfangs-Quartal vorgelegt.

Soviel vorab: Die Analysten-Schätzungen konnten locker übertroffen werden.

Während die Erlöse um 4,2% auf 1,49 Mrd. Dollar kletterten, verbesserte sich der Gewinn auf 227,3 Mio. Dollar bzw. 1,75 Dollar je Aktie.

Das entspricht immerhin einem Anstieg von 17% und liegt deutlich über den Erwartungen der Analysten.

Diese waren im Vorfeld der Zahlen nur von 197,6 Mio. Dollar (1,49 Dollar je Aktie) an Profit ausgegangen.

Konzern-Führung zeigt sich zuversichtlich und hebt Jahres-Planung an

Nach dem starken Startquartal zeigt sich die Firmenführung zuversichtlicher und hebt die Jahres-Prognose an. Offenbar zieht die Nachfrage v. a. in der Fertigungs- und Ölindustrie wieder an.

Die neue Spanne für den Gewinn erwartet Rockwell Automation jetzt zwischen 5,95 – 6,35 Dollar je Anteilsschein (alte Prognose: 5,85 – 6,25 Dollar je Aktie).

Trump’sche Politik könnte für weiteren Rückenwind sorgen

Unterdessen könnte der Konzern zu den Gewinnern der geplanten Infrastruktur-Maßnahmen durch den neuen US-Präsident Donald Trump zählen.

Im vergangenen Jahr erzielte Rockwell Automation 55% seiner Erlöse in den USA. Eine anziehende Industrie-Produktion dürfte daher auch die Geschäfte des Automatisierungs-Spezialisten beflügeln.

Rockwell setzt auf Cloud-Lösungen für Maschinen

Punkten will der Konzern auch mit innovativen Lösungen im Bereich Internet der Dinge. Gerade hat Rockwell eine Cloud-basierte Lösung für Maschinen vorgestellt.

Diese stellt Anlagenbauern wichtige Produktionsdaten zur Verfügung.

Über das Internet der Dinge verbundene Ressourcen und Maschinen steigern nämlich die Betriebs-Leistung, wenn kritische Informationen zum richtigen Zeitpunkt als Entscheidungs-Grundlage zur Verfügung stehen.

Sobald die Maschine mit dem System läuft, werden alle Daten in Echtzeit übertragen. Damit können die Kunden ihre Fertigungs-Betriebe besser überwachen und die Leistung der Maschinen optimieren.

Konstante Ausschüttungs-Politik

Im vergangenen Frühjahr hat der Konzern ein milliardenschweres Aktienrückkauf-Programm beschlossen. Zusätzlich wurde eine Erhöhung der Quartals-Dividende auf 72,5 Cent je Aktie beschlossen.

Aufs Jahr hochgerechnet ergibt sich damit eine Ausschüttung von 2,90 Dollar. Auf dem aktuellen Aktienkurs von 152 Dollar entspricht dies einer Dividendenrendite von 1,9%.

Damit setzt der Traditions-Konzern seine kontinuierliche Dividenden-Politik weiter fort:

Seit 2001 gab es keine Reduzierung der Ausschüttung. Vielmehr wurde die Ausschüttung seitdem um 211% gesteigert.

Alleine in den vergangenen 6 Geschäftsjahren hat der Konzern über 3,7 Mrd. Dollar bzw. 84% der freien Cashflows in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an seine Aktionäre ausgeschüttet.

Rockwell Automation ist sehr konjunktursensibel

Sie müssen allerdings wissen: der US-Konzern reagiert empfindlich, wenn es bei der weltweiten Konjunktur hakt.

Die Ergebnisse der Gesellschaft hängen weitgehend von den Investitionen in Fabriken, Chemie-Anlagen sowie in Öl- und Gasfeldern ab.

Wenn hier die Unternehmen selbst Gegenwind verspüren, werden die Investitionen drastisch reduziert – zugleich sorgt die Marktsituation für Druck auf die Margen.

Dies zeigt Ihnen auch ein Blick auf die Entwicklung der Gewinnmargen. Denn die Spanne zwischen konjunkturell schwierigen (2009: 5,09%) und robusten Zeiten (2015: 13,12%) sind ausgesprochen hoch.

31. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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