Rockwell Automation: Der Übernahmekampf geht in die nächste Runde

Eine Fusions-Welle erfasst die Robotik-Branche: Der Übernahmekampf zwischen Rockwell Automation und Emerson geht in die nächste Runde. (Foto: wallix / Shutterstock.com)

Jetzt hat die Übernahme-Welle wieder einmal den Robotik-Markt erfasst.

Das ist auch kein Wunder, gilt doch der Markt für Automatisierung mit seinem Volumen von 200 Mrd. Dollar als einer der heißesten Wachstumsmärkte der kommenden Jahre.

Immer mehr Unternehmen versuchen hier Fuß zu fassen und sich dort gewinnbringend zu positionieren.

Ein probates Mittel, um die Marktposition auf einen Schlag zu verbessern sind Übernahmen.

Das dürfte sich auch der Automatisierungs-Spezialist Emerson gedacht haben, als er eine milliardenschwere Offerte für den Rivalen Rockwell Automation auf den Tisch gelegt hat.

Emerson meint es ernst und legt nochmals nach

Keine 3 Wochen ist es her, als der US-Konzern Emerson sein 1. Übernahme-Angebot für Rockwell präsentierte:

Je Aktie bot Emerson 200 Dollar, was aber vom Rockwell-Management umgehend als zu niedrig abgewiesen wurde.

Das gleiche Spiel wenige Tage später: Auch die auf 215 Dollar erhöhte Offerte fand keinen Anklang.

Bekanntermaßen sind ja aller guten Dinge 3. Mit seinem jüngsten Angebot von 225 Dollar je Anteilsschein versucht Emerson die Offerte nochmals zu versüßen.

Davon sollen 135 Dollar in bar und 90 Dollar in Emerson-Aktien bezahlt werden. Damit kommt Rockwell auf einen Firmenwert von rund 29 Mrd. Dollar.

Zusammenschluss würde Weltmarktführer schaffen

Die Logik des Deals liegt klar auf der Hand. Mit dem Zusammenschluss würde ein neuer Weltmarktführer im Automatisierungs-Bereich entstehen.

Beide Firmen zusammen kämen auf einen Jahres-Umsatz von über 21,5 Mrd. Dollar und dürften einen Gewinn von gut 2,3 Mrd. Dollar erzielen.

Emerson sucht angesichts eines sich verschärfenden Wettbewerbs durch europäische Rivalen wie Siemens, ABB Automation und Schneider Electric Möglichkeiten zur Ausweitung seiner Geschäfte in der Industrie-Automatisierung.

Deutliche Synergien erwartet

Zusätzlich erwartet Emerson-Chef David N. Farr bedeutende Synergien durch den Zusammenschluss.

Emerson schätzt den Gesamtwert der Synergien durch die Kombination auf mehr als 6 Mrd. Dollar, was einem Wert von 1,3 Mrd. Dollar oder 10 Dollar je Rockwell-Aktie entspräche.

Dennoch schätzen zahlreiche Analysten den Preis für Rockwell Automation als ausgesprochen hoch ein.

Immerhin entspricht der gebotene Übernahmepreis mehr als dem 4,5-Fachen des Umsatzes bzw. mehr als das 34-Fache des Gewinns.

Rockwell weiter auf Wachstumskurs

Der Anbieter von industrieller Automatisierungs- und Informations-Lösungen erzielte im 4. Quartal einen Umsatz von 1,66 Mrd. US-Dollar.

Im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum entspricht dies einem Plus von 8,4%. Das organische Wachstum lag bei 5,6%. Effekte der Währungs-Umrechnung erhöhten den Umsatz um 1,5%.

Akquisitionen trugen mit 1,3 Prozentpunkten zum Umsatz-Wachstum bei.

Damit ergibt sich für das Gesamtjahr ein Jahres-Umsatz von 6,31 Mrd. Dollar (+7,3% zum Vorjahr). Dies ist ein Zuwachs von 7,3 %.

Unter dem Strich blieb dabei ein Gewinn von 826 Mio. Dollar übrig. Das entsprach einer Gewinnmarge von 13,08%.

Damit erzielte Rockwell Automation das 4. Jahr in Folge eine Gewinnspanne von über 12%.

Mit Blick auf das kommende Geschäftsjahr 2018 sieht die Rockwell-Führung weitere Zuwächse und peilt ein organisches Wachstum von 3,5 – 6,5% an.

Analysten sehen Deal skeptisch

Unterdessen haben sich zahlreiche Analysten zu Wort gemeldet. Der Tenor ist meist der Gleiche: Emerson braucht zwar Rockwell, aber Rockwell kann auch ohne Emerson.

Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass ein alternativer Bieter auftaucht, da die Rockwell-Konzernführung generell wenig Sinn in einem Verkauf sieht.

Aufgrund des deutlich erhöhten Angebots und der mittlerweile ambitionierten Bewertung dürfte ein noch höheres Angebot wirtschaftlich ebenso wenig Sinn für den Käufer ergeben.


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© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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