Rohöl: Unser Plan ging auf!

Gestern haben wir es prophezeit. Rohöl wird bei der Marke von 70 US-Dollar zurückgehen. Und genauso kam es heute dann auch. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Rohöl hat das gemacht, was wir gestern erklärt haben. Die Marke von 70 US-Dollar ist ein Widerstand und genau das hat sich heute gezeigt. Die Kurse schlossen gestern sogar noch über dieser Marke, aber heute früh eröffneten sie darunter es danach ging es weiter bergab.

70 US-Dollar ist die Messlatte bei Brent

Das Hoch aus dem Jahr 2015 gilt es jetzt zu überwinden. Doch aktuell nehmen die Anleger erst einmal Anlauf. Der Rücksetzer heute ging bis etwa 69,20 US-Dollar. War es das schon? Reicht dieser kleine Moment des Luftholens im Chart und schon können die Kurse nachhaltig über 70 US-Dollar steigen?

Werfen wir dazu einmal einen Blick auf den Stundenchart. Eingezeichnet habe ich Ihnen zwei Durchschnittslinien. In Orange sehen Sie die 20-Stundenlinie, in Blau die 50-Stundenlinie.

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Die blaue Linie hat definitiv mehr Gewicht. Die Kurse verlaufen an ihr immer weiter nach oben. Auch wenn sie einmal einige Stunden intraday unter ihr verlaufen – kurze Zeit später notieren wir wieder nördlich der SMA-50. Das ist auch heute so gewesen. Intraday waren wir unter der blauen Linie. Doch danach stiegen die Kurse wieder Richtung orange Linie.

Die SMA-20 hat allerdings auch etwas Aussagekraft. Wird sie durchbrochen, gibt es meist eine Fortsetzung des aktuellen Trends. Jedoch würde ich die orange Linie hier im Stundenchart nicht unbedingt zum Trading empfehlen. Dafür liefert sie einfach zu viele Fehlsignale, als dass wir uns wirklich darauf verlassen könnten. Sie soll hier nur als Beispiel dienen, welche Durchschnittslinien Sie sich einzeichnen lassen können – aber nicht jede muss in jedem Chart ein Volltreffer für Analysen sein.

Zurück zu unserem Chart. Die SMA-50 haben wir heute also wieder nach oben durchbrochen. Wenn wir den Chart so betrachten, ist es durchaus realistisch, dass die Kurse auch weiterhin über dieser Linie bleiben. Das kann in einem engem Rahmen sein, wie es am 8. Januar zu sehen ist. Oder aber die Kurse steigen wieder deutlich an.

Behalten Sie aber die 70 US-Dollar unbedingt im Hinterkopf. Nur weil wir jetzt die 50-Stundenlinie zurückerobert haben, fallen nicht gleich alle Widerstände im Chart. Genau deshalb wird es hier jetzt interessant. Wer gewinnt das Kräftemessen? Ich würde eher auf das drei Jahre alte Hoch setzen, anstatt auf einen Durchschnitt im Stundenchart. Die 70 US-Dollar sollten von ihrer Bedeutung her deutlich mehr Power haben.

Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Vielleicht ist die Zeit ja schon reif, die 70er-Marke nachhaltig zu knacken. Wenn wir tatsächlich Freitagabend deutlich darüber notieren, speichern wir uns die SMA-50 im Stundenchart bei Brent. Denn diese ist dann tatsächlich ein wichtiger Indikator. Bis dahin wird in den meisten Fällen aber der aktuelle Bereich einige Zeit umkämpft werden. Vielleicht geht es auch noch einmal weiter herunter. Aber dazu müsste bald ein tieferes Tief im Stundenchart erkennbar sein.

Aktuell machen wir nämlich weiterhin höhere Hochs und höhere Tiefs. Das bedeutet, die Kurse steigen, geben wieder etwas nach, aber nicht so viel, dass sie bis zum vorherigen Tief laufen, sondern steigen davor wieder. Diesen Verlauf zeichnet den Stundenchart oben aus. Das zeugt von bullischer Stärke und ist ein Indiz für weiter steigende Kurse. Wenn wir noch einmal die Stundenlinien anschauen, können wir auch erst von einem Trendwechsel sprechen, wenn die orange Linie die blaue nach unten gekreuzt hat.

Sie merken selbst, es kommt viel zusammen, was aktuell für und gegen einen weiteren Anstieg spricht. Vielleicht treffen wir uns in der Mitte und es kommt zu einer Seitwärtsphase. Die Idee von gestern war auf jeden Fall goldrichtig und der Widerstand hat gehalten. Warten wir das Ende der Woche ab, um weitere Pläne zu schmieden.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.