Rohöl weiter im Aufwind

Der Anstieg von Brent Crude wird wohl bald ein Ende haben. Wir befinden uns an einem Widerstand. Genau dort wurde heute wieder abverkauft. (Foto: William Potter / shutterstock.com)

Der ordentliche Anstieg von Brent Crude wird vermutlich bald ein Ende haben.

Wir befinden uns an einem Widerstand – genau dort wurde heute wieder abverkauft.

Außerdem steht der RSI-Indikator bereits im überkauften Bereich. Viel Platz nach oben ist anscheinend nicht mehr…

Wie wird Rohöl verlaufen?

Es kann natürlich immer noch weiter nach oben gehen, doch die Anzeichen stehen eher auf etwas Luft herauslassen.

Im Tages-Chart sehen Sie die Trendlinie. Bis dahin kann Brent noch wieder zurücklaufen und alles wäre weiterhin positiv.

Wir könnten also theoretisch morgen schon wieder unter 60 US-Dollar notieren und es wäre noch kein Beinbruch.

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Nachdem die Trendlinie in den vergangenen Monaten dermaßen oft das Maß aller Dinge war, ist es nur wahrscheinlich, dass wir darauf noch einmal aufsetzen.

Dann wäre auch der überkaufte Zustand wieder gelöst.

Im Anschluss kann es dann auch wieder bergauf gehen – sollte es zumindest solange, wie die Trendlinie nicht nachhaltig durchbrochen wurde.

Ende August hatten wir einmal kurz die Situation:

Die Kurse durchbrechen auf Tagesschluss die Trendlinie. Der Konter am nächsten Tag war aber eindeutig und der stärkste Anstieg des Monats.

Rohöl-Trading mit Optionen

Ein wichtiger Faktor beim Optionen-Handel ist die Volatilität. Diese steigt beim Rohöl meistens Richtung Jahreswechsel. Deshalb sollten Sie aufpassen, wie sich Ihre Kontrakte derzeit verändern.

Wer auf steigende Rohöl-Preise gesetzt hat, sollte unter Umständen bald den Stecker ziehen und verkaufen – zumindest, wenn die Kontrakte nicht mehr lange laufen.

Denn die Chance, dass die Kurse in den nächsten Tagen wieder etwas zurückkommen, ist durchaus gegeben.

Gold weiterhin im Niemandsland

Die Kurse jenseits der 1.300 US-Dollar sind erst einmal Geschichte. Immerhin notieren wir noch nördlich der 200-Tage-Linie – das ist der Wermutstropfen.

Denn sonderlich viel hat Gold derzeit für die Bullen nicht zu bieten – außer die Hoffnung, dass die Kurse bald wieder nach oben schießen.

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Die Seitwärtss-Phase wird etwas enger und die 200-Tage-Linie rückt näher. Doch, wie so oft beim Gold, braucht es ein geopolitisches Zeichen, um die Käufer anzutreiben.

Der Konflikt der USA mit Nordkorea wurde scheinbar Anfang September gelöst, wenn wir den Chart anschauen.

Denn danach ging es nur noch bergab. Und aktuell ist es auch ein wenig ruhiger um Nordkorea geworden.

Offenbar hat das militärische Eingreifen der USA Wirkung gezeigt. Die Stützpunkte, die in Südkorea aufgerüstet wurden, halten das Thema vorerst in Schach.

Sobald es dort aber wieder stürmischer zugeht, wird auch Gold wieder ansteigen.

Bis dahin ist vermutlich erst einmal die kontrollierte Seitwärts-Phase unser Freund – was wir beim Optionen-Handel wiederum auch gerne sehen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.