Rohöl wird teuer und reist die Märkte nach unten

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Die Preise für WTI Rohöl ziehen immer weiter an und das aktuell sogar noch dynamisch. Wie reagieren die Indizes darauf? (Foto: Deutsche Börse AG)

Öl steigt und steigt. Sowohl Brent als auch die US-Sorte WTI. Irgendwann wird der Punkt erreicht sein, an dem die Schwellenländer sich das flüssige Gold nicht mehr leisten können und dann wackelt der erste Dominostein ganz gewaltig.

Denn wenn die Schwellenländer abstürzen, wird das auch der Rest der Welt spüren. Außerdem ist es ja nicht so, als ob wir uns hierzulande alle über teurere Sprit-Preise an den Tankstellen freuen würden. Und genau so geht es dem Rest der 1. Welt. Da sind auch die USA nicht außen vor. Allen voran Amazon. Das verkauft online fast die Hälfte aller Waren in Amerika. Diese wollen versendet werden und das funktioniert in der Regel per Benzin. Wer Millionen von Artikeln jede Woche verschickt, merkt schnell, wenn die Tankrechnung einen Großteil des Gewinns auffressen.

DAX: Diese Punkte sind wichtig!

Es gibt also reichlich Gründe dafür, warum ein weiter steigender Ölpreis fast allen Beteiligten schadet. Zusätzlich würde dies die Inflation auch noch weiter anheizen. Bekommt Rohöl noch einen Schubser nach oben, könnten sich die Märkte weltweit nach unten drehen. Ja, sogar die USA. Auch wenn diese momentan vor Stärke strotzen. Im Gegensatz zu unserem DAX. Der einfach nicht aufwachen will. Tendenz abwärts für die nächsten Tage. Mögliche Ziele sind aktuell 12.190, 12.100, 11.900 und dann sogar 11.700 Punkte.

Im 4-Stunden-Chart sehen Sie die einzelnen Widerstände und Unterstützungen markiert. 12.100 in Gelb, 19.900 in Orange, 11.700 in Rot. Auf der Oberseite gilt es die hellgrüne 12.450 nachhaltig zu knacken. 12.600 in Dunkelgrün und 12.900 in Blau.

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Die Optimisten glauben, dass Sie bei 12.200 schon Long-Positionen für die Jahresendrallye aufbauen können. Wäre schön, wenn es stimmt. Aktuell sieht das Bild dafür aber zu düster aus. Die Jahresendrallye wäre auch erst richtig aktiviert, wenn wir Kursmarken die 12.600 und 12.900 hinter uns lassen. Bis dahin kann es noch ein wenig dauern. Der Oktober wird den DAX noch etwas durchschaukeln, bis hier eine endgültige Entscheidung getroffen ist. 12.600 nach oben – oder 11.700 nach unten: Das ist aktuell die neutrale Zone.

WTI Chartanalyse

Zurück zu WTI, dem US-amerikanischen Rohöl. Im Tageschart sehen Sie die Bollinger Bänder. Aktuell wurden diese nach oben verlassen. Das geschieht selten und ergibt meist auch einen Rücksetzer im Anschluss. Doch wie der lilafarbene Kreis von Mitte Juni zeigt, kann es danach noch einmal schnell 6 US-Dollar nach oben gehen.

Merken Sie sich deshalb die 81,50 US-Dollar als mögliches Kursziel. Das auch nur für den Fall, dass die Ölproduzenten in den USA nicht davon überzeugt werden, ihre Fördermenge zu erhöhen. Nur das könnte aktuell scheinbar eine Trendwende einläuten. Deshalb liegen die Chancen für Anleger aktuell eher auf der Oberseite.

Sollte dieses Ziel erreicht werden, kann sich WTI auch langfristig die Marke von 91 US-Dollar vornehmen. Wie es dann um die betroffenen Schwellenländer aussieht, können Sie sich denken. Selbst die USA wird bei solch einem Rohölpreis ins Stottern geraten. Vermutlich schon deutlich früher.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.