Rohstoff-Aktien: Anglo American und Glencore

Im Rohstoffsektor bevorzuge ich derzeit die beiden Unternehmen Anglo American und Glencore, vor allem wegen der guten Aussichten. (Foto: Willy Barton / shutterstock.com)

Bei Anglo American läuft es derzeit rund.

Die Zahlen für das 1. Halbjahr fielen hervorragend aus. Während der Umsatz um 22% auf 12,1 Mrd. $ sprang, fand der Konzern zurück in die Gewinnzone. Die Schließung zahlreicher Minen und Effizienzsteigerungen führten zu einem operativen Ergebnis von 2,6 Mrd. $, nach einem Verlust von 1,4 Mrd. $ im Vorjahreszeitraum.

Unterm Strich erzielte Anglo American einen Gewinn von 1,09 $, nach 0,63 $ Verlust pro Aktie. Die Flaute an den Rohstoffbörsen im vergangenen Jahr zwang Anglo American zu harten Sparmaßnahmen. Insgesamt wurden mehr als 30 Minen geschlossen oder veräußert. Nach 4 Verlustjahren in Folge strich der Konzern darüber hinaus die Dividende für 2016.

Anglo Americans Umstrukturierung fruchtet

Ein wesentliches Ziel der Umstrukturierung war die Reduzierung der Nettoverschuldung. Das Jahresziel für 2017 wurde bereits in den ersten 6 Monaten erreicht. Die Nettoverschuldung wurde von 8,5 Mrd. $ auf 6,2 Mrd. $ reduziert. Die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung tragen auch auf operativer Ebene Früchte.

Der Produktionsreport des 3. Quartals überzeugt. Während die Aktivitäten im hochprofitablen Diamantenabbau bis Ende September um 29% auf 25,3 Mio. Karat ausgebaut werden konnten, entwickelte sich der Kupfer- und Platinabbau stabil. Die Eisenerzgewinnung legte um 12,9% auf 46,1 Mio. Tonnen zu.

Das Management blickt positiv in die Zukunft und schüttete für das 1. Halbjahr eine Dividende von 0,48 $ pro Aktie aus. Zukünftig möchte das Unternehmen 40% der Gewinne an die Aktionäre ausschütten.

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Unternehmensporträt

Anglo American ist eine breit diversifizierte Metall- und Minengesellschaft. Das Unternehmen tätigt vorwiegend Investitionen in Gold, Platin, Diamanten, Uran, Kohle und andere Mineralminengesellschaften. Hauptmärkte sind Südafrika, Europa, Brasilien und USA. Das Unternehmen hält weitere Beteiligungen an Industrie-, Finanz- und Versicherungsgesellschaften sowie anderen kleinen Gesellschaften.

Glencore: Die Zahlen für das 1. Halbjahr fielen sehr gut aus

Während der Umsatz um 44,5% auf 100,3 Mrd. $ kletterte, gelang die Rückkehr in die Gewinnzone. Nach 369 Mio. $ Verlust im Vorjahr erzielte Glencore einen Gewinn von 2,5 Mrd. $. Besonders positiv überraschte die Entwicklung des Cashflows, der sich mit 5,6 Mrd. $ beinahe verdoppelte. Glencore nutzte die zusätzliche Liquidität, um die Bilanz weiter zu stärken. Die Nettoverschuldung reduzierte sich um 1,6 Mrd. auf 13,9 Mrd. $.

Das Umsatzwachstum ist in erster Linie dem Bereich Energie- und Agrarprodukte zuzuschreiben, dessen Umsatz um 62,2% auf 63,8 Mrd. $ zulegte. Auch im Hinblick auf die Produktivität erzielt Glencore Fortschritte. Während die Produktionskosten sanken, stiegen die Rohstoffpreise deutlich an. In Folge verdoppelte sich das operative Ergebnis in den beiden Kernbereichen Metalle & Mineralien und Energie- & Agrarprodukte.

Das einzige Haar in der Suppe

Der Produktionsbericht für das 3. Quartal lieferte ein gemischtes Bild. Die Zinkproduktion konnte um 5% auf 827.400 Tonnen ausgebaut werden, und die Goldproduktion nahm um 3% auf 771.000 Unzen zu. Andererseits legte die Kupferproduktion den Rückwärtsgang ein. Primär ist der 11%-ige Rückgang der Veräußerung der Ernest Henry Mine, einem höheren Wartungsaufkommen in Mount Isa, und geringerem Ertrag in Mutanda geschuldet. Aber auch die Zink- und Ölproduktion ist rückläufig.

Glencore bleibt dennoch zuversichtlich und erhöhte die Prognose für das Gesamtjahr. Das operative Ergebnis soll zwischen 2,6 und 2,8 Mrd. $ liegen.

Unternehmensporträt

Das Unternehmen geht aus dem Zusammenschluss des Rohstoffhändlers Glencore und dem Bergbauunternehmen Xstrata im Mai 2013 hervor und gehört zu den weltgrößten Rohstoffkonzernen. Die operative Tätigkeit ist in 3 Bereiche geteilt: Metals and Minerals beinhaltet Ausbeutung, Raffinerie und Lagerung von Kupfer, Nickel, Zink, Alu und Eisenerz; Energy Products beinhaltet Kohleminen und die Ölproduktion; im dritten Segment bündeln sich Agrarprodukte.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.