Rohstoff-Aktien: Diese Bewertungskennziffer müssen Sie kennen

Für die Rohstoffbranche gelten derzeit verschärfte Bedingungen. Die Nachfrage bei vielen Industrierohstoffen ist extrem schwach. Gleichzeitig sind aber viele Produzenten dazu gezwungen, weiterhin hohe Mengen zu fördern. Sie benötigen den Cashflow um entweder Schulden zu bezahlen oder weitere Investitionen in neue Projekte tätigen zu können.

Daher schaue ich bei vielen Werten eher auch auf den Cashflow als auf den Gewinn. Dabei lässt es sich auf die einfache Formel herunter brechen: Bei Minenkonzernen ist das Kurs Cashflow Verhältnis (KCV) die maßgebliche Größe und nicht das Kurs Gewinn Verhältnis (KGV).

Im Grunde funktioniert diese Verhältniszahl exakt genauso. Beim KGV wird der Gewinn des Unternehmens im Verhältnis zum Kurs gesetzt. Beim KCV wird der Cashflow des Unternehmens als Basis genommen. Insofern ist es schon spannend, auch verschiedene Branchen mit diese Kennziffer einmal genauer zu vergleichen.

Hier habe ich als Basis einmal die Aktien-Analyse herangezogen. In diesem Standardwerk zur Fundamentalanalyse von Aktien werden zahlreiche Branchen miteinander verglichen. Seit mehr als 20 Jahren erscheint die Aktienanalyse nun bei GeVestor. Mittlerweile umfasst der Aktienkosmos mehr als 550 Unternehmen – darunter auch zehn Minenwerte.

KCV zeigt deutliche Unterbewertung vieler Rohstoffaktien

Nach Angaben der Analysten der Aktien-Analyse beläuft sich derzeit das durchschnittliche Kurs Cashflow Verhältnis der Minen bei 6. Diese Zahl allein sagt noch nicht viel aus. Hier hilft uns nur der Branchenvergleich weiter. Doch dann wird sehr schnell die klare Unterbewertung der Minenbranche deutlich. So liegt das KCV der Handelsbranche beispielsweise bei fast 13. Die  Pharma- und Gesundheitsbranche bringt es sie auf einen Wert von 15 und Drogerie und Kosmetik erreicht immerhin 17.

Auch bei den Einzelwerten fällt die Unterbewertung auf: BHP Billiton hat ein KCV von 5 und Rio Tinto ein KCV von 6. Sie sehen: Das KCV hilft schon weiter bei der Bewertung des Potenzials von Unternehmen und ist gerade in der aktuellen Marktphase wichtig. Doch als alleinige Bewertungskennziffer reicht sie auch nicht aus – denn bei der Bewertung von Aktien spielen noch viele weitere Faktoren eine wichtige Rolle. Mehr dazu schon bald an dieser Stelle.

13. Oktober 2016

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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