Rohstoff-Aktien: Norilsk Nickel top, Glencore flopp!

Trotz der widrigen Umstände auf den Rohstoffmärkten gelang es Norilsk Nickel überzeugende Ergebnisse und Effizienzsteigerungen zu erzielen.

Der Nickelausstoß lag mit 228.438 Tonnen zwar leicht unter dem Vorjahresniveau. Und auch der Kupferausstoß sank leicht auf 368.016 Tonnen. Dazu stieg im Gegensatz die Palladiumproduktion um 3% auf 2,75 Mio Unzen.

Unterm Strich verdiente der Konzern mit 2 Mrd $ rund 162% mehr. Die Veräußerung von internationalen und nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten, die Freisetzung von Betriebsmitteln und die Senkung der Vertriebs- und Verwaltungskosten brachte zusätzliche Barmittel in Höhe von 3,2 Mrd $ ein.

Norilsk Nickel setzt alles daran, seinen Aktionären eine auskömmliche Dividende zu erwirtschaften

Norilsk Nickel hat das Ziel bereits erfüllt und für den Zeitraum 2013 bis 2014 Dividenden von über 4 Mrd $ ausgeschüttet und somit eine herausragende Kapitalrendite für seine Aktionäre erzielt. Unverändert ist geplant, zumindest 50% des operativen Ergebnisses (EBITDA) in Form von Dividenden auszuzahlen.

Eine weitere Priorität des Konzerns besteht in der „pünktlichen/budgetkonformen“ Erschließung des wichtigen neuen Greenfield-Projekts Bystinsky. Zur langfristigen Strategie gehört die Zielsetzung, das Potenzial der Polymetall-Lagerstätte voll auszuschöpfen. Diese Lagerstätte im Bergwerk von Talnach enthält Metalle im Wert von geschätzten 0,9 Bio $.

Die Strategie aus dem Jahre 2013 hat sich als wirksam erwiesen. Seit Anfang des Jahres ergibt sich eine Aktienrendite von 45%.

Unternehmensporträt

Norilsk Nickel ist der größte Bunt- und Edelmetallkonzern Russlands und weltweit der größte Palladium- und Nickelproduzent. Neben den Haupterzeugnissen Nickel und Palladium ist der Konzern führend in der Platin- und Kupferproduktion.

Ferner befinden sich im Produktportfolio eine Reihe von Nebenprodukten, unter anderem Kobalt, Rhodium, Silber, Gold, Tellur, Selen, Iridium und Ruthenium.

Bei Glencore ist es 2014 nicht so rund gelaufen

Der Umsatz sank um 5% auf 221 Mrd $. Das operative Ergebnis ging um 2% auf 12,8 Mrd $ zurück. Abschreibungen mitgerechnet hat Glencore operativ sogar 10% schlechter abgeschlossen als 2013.

Als Grund für den Ergebnisrückgang wurden die niedrigeren Rohstoffpreise genannt. Aber auch die industriellen Aktivitäten hatten unter dem niedrigeren Preisniveau gelitten, insbesondere bei den Energieträgern.

Angesichts des schwachen Umfeldes wertet Glencore den nur geringen Rückgang der Gewinnmarge als Erfolg. Der Gewinn betrug 2,3 Mrd $, nachdem im Jahr davor – auf vergleichbarer Basis, das heißt Effekte aus der Fusion von Glencore mit Xstrata nicht mitgerechnet – noch 2,5 Mrd $ übrig geblieben waren.

2014 nahm Glencore eine Wertberichtigung über 1,1 Mrd $ vor – ausgelöst durch das tiefe Preisniveau auf Rohstoffen und vor allem wegen der Eisenerz-Minen in Mauretanien und der Republik Kongo.

In diesem Jahr zurückhaltender

2015 will sich Glencore mit Investitionen etwas zurückhalten und rechnet jetzt mit Investitionskosten zwischen 6,5 und 6,8 Mrd $. Glencore hat im 1. Quartal mehr Kohle, Zink, Nickel und Ferrochrom gefördert.

Der Kupferabbau war dagegen rückläufig und ist auf einen geringeren Kupfergehalt in den Minen Alumbrera und Antamina zurückzuführen. Die Produktion von Kohle stieg um 4% auf 35,6 Mio Tonnen. Dabei erhöhte sich insbesondere die Förderung in Südafrika, wo 2 neue Projekte ihren Betrieb aufnahmen.

Glencore rechnet bei den wichtigsten Rohstoffen mit einer Verknappung des Angebots – und damit mit steigenden Preisen.

Unternehmensporträt

Das Unternehmen geht aus dem Zusammenschluss des Rohstoffhändlers Glencore und dem Bergbauunternehmen Xstrata im Mai 2013 hervor und gehört zu den weltgrößten Rohstoffkonzernen.

Die operative Tätigkeit ist in 3 Bereiche geteilt: Metals and Minerals beinhaltet Ausbeutung, Raffinerie und Lagerung von Kupfer, Nickel, Zink, Alu und Eisenerz; Energy Products beinhaltet Kohleminen und die Ölproduktion; im dritten Segment bündeln sich Agrarprodukte.

8. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Volker Gelfarth. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt