Rohstoff-Exotik: Wolfram aus Südkorea

Rohstoffe decken ein breites Spektrum ab. Neben den gängigen Edelmetallen gibt es auch exotische Metalle wie Wolfram. Und neben den gängigen Ländern gibt es auch exotische Abbaugebiete.

Dazu zählt ohne Frage Südkorea. Das asiatische Land ist für seine Schwerindustrie und einige Elektronikunternehmen bekannt. Aber Rohstoffe? Auch in diesem Segment ist das Land interessant.

Auf der Edelmetall- und Rohstoffmesse in München bin ich in diesem Zusammenhang auf ein interessantes Unternehmen gestoßen: Woulfe Mining. Das kanadische Rohstoffunternehmen entwickelt das Sangdong Vorkommen. Genauer gesagt handelt es sich um die Sangdong Mine, denn dort gab es schon eine große historische Produktion.

Doch durch das massive Angebot aus China und die sinkenden Weltmarktpreise für Wolfram war in der Mine keine wirtschaftlich ertragreiche Produktion mehr möglich. Doch genau das möchte Woulfe Mining  jetzt umsetzen.

Doch zunächst noch einige allgemeine Angaben zu Wolfram – denn dieses Metall ist derzeit sehr begehrt. Es fällt in die Kategorie der strategischen Metalle. Und die Nachfrage in diesem Sektor wird durch die weltweite wirtschaftliche Entwicklung und die fortschreitende Globalisierung vorangetrieben.

China steht aktuell für 80% der weltweiten Wolframprodukte. Und zur Kontrolle des Marktes hat China Exportkontrollen eingeführt, die erst einmal bis Ende 2012 laufen. Bei den Einsatzgebieten stehen Werkzeuge mit einem Anteil von rund 60% ganz klar an der Spitze.

Doch in Zukunft ist auf jeden Fall mit einem weiteren Wachstum zu rechnen. Dazu sollen neue High-Tech-Anwendungen wie in LCD und LED-Panels aber auch medizinische Instrumente beitragen. Wolfram zeichnet sich durch den höchsten Schmelzpunkt aller Metalle bei 3.422 Grad Celsius aus. Zudem sind Wolfram-Oberflächen extrem abriebfest. Diese Oberflächen halten 100mal länger als Stahl.

Woulfe Mining: Produktion soll 2012 starten

Nach einem extremen Preisausschlag seit der Finanzkrise 2009 hat sich der Wolframpreis bei rund 400 Dollar eingependelt. Laut aktueller Prognosen ist das auch das Niveau für die nächsten Jahre. Von diesem stabilen Preisniveau möchte jetzt auch Woulfe Mining profitieren.

Dabei setzt das Unternehmen mit der Sangdong Mine auf ein Vorkommen, wo schon über 40 Jahre lang produziert worden ist. Laut der vorliegenden Schätzungen hat die Ressource aber immer noch ein Potenzial von weiteren 80 Jahren mit einer Ressource von 5,9 Mio. Tonnen mit einem Durchschnittsgehalt von 0,43% Wolfram.

Die mittelfristige Planung sieht nun vor, dass noch im kommenden Jahr die Produktion aufgenommen werden soll. Und danach ist geplant in weiteren 18 Monaten auch den Break-Even zu erreichen.

Zur Umsetzung dieses engen Zeitrahmens kann Woulfe Mining vor Ort in Südkorea auf einige Experten zurückgreifen, die schon jahrelang in der Mine gearbeitet haben. Noch hat die Börse das große Potenzial des Unternehmen nicht erkannt: Vielleicht liegt es am Rohstoff Wolfram und am exotischen Land Südkorea.

8. November 2011

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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