Rohstoff-Experte Lifton: Graphit ist der nächste heiße Trend

Schon in der vergangenen Woche hatte ich Ihnen an dieser Stelle das Thema Graphit vorgestellt.

In dieser Woche nun hat sich ein anerkannter Rohstoff-Experte zu dem Thema geäußert.

Jack Lifton, den ich auch seit Jahren kenne und für mein Buch „Seltene Erde – Der wichtigste Rohstoff des 21. Jahrhunderts“ interviewt habe, sagte in diesen Tagen in einem Interview: „Graphit ist der nächste heiße Rohstofftrend.“

Laut Lifton ist Graphit über Jahre hinweg als ein langweiliger Industrierohstoff angesehen worden, der hauptsächlich für die Produktion von Bleistiften eingesetzt worden ist. Immerhin hat es dann noch modernere Anwendungen wie Golfschläger oder auch Tennisschläger gegeben. Doch das war es dann auch.

Lifton weist nun ganz klar daraufhin, dass diese Zeiten vorbei sind. So hat allein der Nachfrageanstieg aus der Automobil- und Stahlindustrie für ein jährliches Wachstum von 5% gesorgt. Im Zuge dessen hat sich der Graphitpreis in den vergangenen Jahren verdreifacht.

Es sind eben sehr viele neue Anwendungen mit hinzugekommen. Dazu gehören Lithium-Ionen-Akkus, Brennstoffzellen und auch der Einsatz bei der Solar- und Atomenergie. Und je größer die Bandbreite der Anwendungen wird, desto größer wird auch der Druck auf das Angebot. Und das stammt derzeit zu 70% aus China.

Hier kommt nun die Parallele zu den Seltenen Erden ins Spiel. Und genau in diesem Sektor hat sich Jack Lifton in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht.

Lifton sieht hier die gleiche Gefahr wie bei den Seltenen Erden: China benötigt immer mehr der begehrten Rohstoffe selbst. Das wird das Angebot für die industriellen Kunden außerhalb Chinas weiter einengen.

Also muss es auch bei Graphit darum gehen, neue Vorkommen außerhalb Chinas in die Produktion zu bringen. Und genau das passiert aktuell auch.

„Die hohe Bedeutung von Graphit und die möglichen Engpässe bei der Versorgung sind schon von den USA und auch von der EU anerkannt worden, in dem der Rohstoff zu einem angebotskritischen Rohstoff erklärt worden ist.

Erst kürzlich wurde Graphit zudem vom British Geological Survey hinsichtlich der möglichen Versorgungsengpässe direkt hinter die Seltenen Erden und noch deutlich vor Lithium eingestuft“, erklärt Lifton.

Graphit: Relativ einfache Exploration und Entwicklung der Vorkommen

Doch im Gegensatz zu den Seltenen Eden bietet dieser Sektor für Investoren einige Vorteile: Dazu gehört auf jeden Fall der einfachere Abbau der Vorkommen. Oft liegen die Vorkommen oberflächennah und können im Tagebau abgebaut werden.

Zusätzlich ist auch der Aufbau der Produktion deutlich einfacher als bei den Seltenen Erden. Ein Unternehmen wie Northern Graphite kann vom aktuellen Status des Explorers schon bis Mitte 2013 zum Produzenten werden.

Dazu sind auch nur Investitionen von weniger als 100 Mio. Dollar notwendig. Auch das ist gering im Vergleich zu den Seltenen Erden.

Noch ist der Kreis der Graphit-Explorer überschaubar – selbst in Kanada. Dazu gehören Unternehmen wie Northern Graphite, Strike Graphite, Focus Metals und auch Standard Graphite.

Mehr zu diesen Unternehmen erfahren Sie in den kommenden Wochen an dieser Stelle.

10. Februar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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