Rohstoff-Konzerne: Gewinne schmelzen immer weiter zusammen

2015 liefert dramatische Entwicklungen für viele Titel der Rohstoff-Branche.

Wie diese Entwicklung auf die großen Konzerne im Rohstoff-Bereich ausgefallen sind, möchte ich Ihnen heute näher erläutern.

Als Beispiel blicke ich heute zunächst einmal auf die großen integrierten Rohstoff-Konzerne.

In einer weiteren Ausgabe werde ich ihnen dann noch Gold- und Silber-Unternehmen im Vergleich vorstellen.

Als Bezugspunkt nehme ich die Wertung der großen Rohstoff-Firmen zum Jahreswechsel 2014/15.

Bei diesem Vergleich mit den aktuellen Zahlen und Prognosen bei den Rohstoffen fällt schon klar auf: Die Unternehmen müssen mit massiven Verschiebungen klarkommen.

Wie stark die aktuellen Schwankungen sind, zeigt beispielsweise der Blick auf den Rohstoff-Konzern für Freeport McMoran:

Noch im Dezember 2014 sahen die Analysten-Schätzungen für das laufende Jahr einen Gewinn von 2,12 Dollar pro Aktie vor. Für 2015 sollte dieser Gewinn gleich hoch ausfallen.

Im Endeffekt erzielt worden ist jedoch nur ein Jahresgewinn für 2014 von 1,96 Dollar pro Aktie.

Bis jetzt hat sich die Lage Unternehmen so stark verändert, dass aktuell für 2015 nur noch ein Jahresgewinn von 0,4 Dollar pro Aktie erwartet wird.

Prognosen für die großen Konzerne wurden massiv nach unten korrigiert

Sehr aufschlussreich ist auch der Blick auf die Entwicklung der Dividende: Im Dezember lag die Dividendenrendite im Februar noch bei üppigen 5,3 %.

Davon ist jetzt nicht mehr viel übrig, denn das Unternehmen hat die Dividende massiv zusammengestrichen und die Dividendenrendite ergibt nur noch 1,8 %.

Die schwache Entwicklung bei Rohstoff-Preisen zeigt sich auch an der Börse: Der Kurs von Freeport McMoran hat sich seit Dezember 2014 halbiert.

Noch stärker ist der Rückgang beim Rohstoff-Händler Glencore International ausgefallen: Hier sank der Börsenwert von 61 Mrd. Dollar auf jetzt aktuell nur noch 27 Mrd. Dollar.

Die Gewinn-Schätzungen sind hier für das laufende Jahr von 0,42 Dollar auf aktuell nur noch 0,17 Dollar pro Aktie massiv reduziert worden.

Diese beiden kurzen Beispiele zeigen Ihnen, wie heftig der bisherige Jahresverlauf im Rohstoff-Bereich ausgefallen ist.

Dabei waren es eben keine unternehmensspezifischen Nachrichten, die den Kurs der Unternehmen unter Druck gesetzt haben; Es geht vielmehr um strukturelle Schwächen des gesamten Sektors.

Aber gerade in den vergangenen Tagen haben sich die Kurse wieder deutlich stabilisiert. Das ist auf jeden Fall ein Signal – aber noch nicht der Start für eine klare Trendwende.

28. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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