Rohstoff-News: Krise in Südafrika und Palladium startet durch

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In Südafrika fällt die Goldproduktion massiv. Das setzt die gesamte Branche dort unter Druck. Zudem bleibt Palladium weiter stark. (Foto: optimarc / shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen zwei Meldungen vorstellen, die Ihnen eins ganz klar zeigen werden: Der Rohstoffsektor ist extrem breit gefächert und die Entwicklung dort hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Zunächst geht es nach Südafrika. Dieses Land verbinden viele immer noch mit einer großen Rohstoffproduktion. Und tatsächlich hat das Land eine große Rohstofftradition.

Doch die Realität heute sieht anders aus – besonders bezogen auf den Goldsektor. So ist beim einstigen weltgrößten Goldproduzenten jetzt seit 16 Monaten die Goldproduktion rückläufig. Die südafrikanische Gesamtproduktion von Gold ist im Januar um 22,5 % zurückgegangen im Vergleich zum Vorjahr. Im Dezember 2018 sah das noch deutlich dramatischer aus: Da war die Produktion und 31 % im Vorjahresvergleich eingebrochen. Das zeigen die aktuellen Zahlen der südafrikanischen Statistikbehörde.

Goldproduzent Südafrika massiv unter Druck

Von der einstigen Stärke der Minenbranche ist in Südafrika nicht mehr viel übrig. Das liegt auch an den hohen Kosten, die dort bei der Produktion anfallen. Dazu müssen Sie wissen, dass in Südafrika die tiefsten Minen der Welt betrieben werden. Hier geht es teilweise auf mehr als 3.000 m nach unten. Allein schon dieser Aufwand bringt höhere Kosten als in vielen anderen Regionen der Welt. Hinzu kommen die immer weiter steigenden Energiekosten.

Laut der aktuellen Einschätzung der nationalen Energieaufsichtsbehörde kann das Versorgungsunternehmen Eskom Holdings zum 1. April die Preise um weitere 9,4 % anheben. Damit steigen die Preiszuwächse auf zuletzt jetzt schon knapp 14 % an. Das wird die Prozesskosten der Minen weiter antreiben und die Wettbewerbsfähigkeit der südafrikanischen Branche weiter schwächen. Wenn Sie also auf Minenwerte schauen, sollten Sie bei den südafrikanischen Titeln ganz genau hinschauen. Die hatten zuletzt schon erhebliche Probleme mit der Ertragskraft – vor allem wegen der hohen Produktionskosten.

Palladium kann nicht so einfach durch Platin ersetzt werden

Einer der großen Gewinner am Rohstoffmarkt ist schon seit geraumer Zeit Palladium. Zuletzt war das Edelmetall sogar zwischenzeitlich teurer als Gold – so etwas hat es in der Geschichte vorher noch nie gegeben. Palladium ist extrem wichtig für die Produktion von Benzinfahrzeugen und da speziell für die Katalysatoren.

Da Platin auch als Metall im Fahrzeugbau bei Katalysatoren eingesetzt wird, wurden zuletzt Stimmen laut, dass es gut möglich sei, das teure Palladium durch das preiswertere Platin zu ersetzen. Doch genau dieser Strategie erteilt ein Experte nun eine Abfuhr. Jim Gallagher, der Vorstandschef von North American Palladium, erklärte, dass Palladium ganz spezielle Eigenschaften hat die eben von Platin nicht so einfach aufgefangen werden können. Insofern dürfte auch das Angebotsdefizit beim Palladium in der nächsten Zeit weiterhin bestehen bleiben – und den Preis weiter stützen.

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Gold wird weiter fallen: An diesem Punkten können Sie einkaufen gehen!1.640 US-Dollar wäre ein idealer Einstieg für die nächste Aufwärtsbewegung. Wenn wir Fibonacci fragen und Ziele projizieren, landen wir bei 2.260 bzw. 2.506 US-Dollar. › mehr lesen


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Heiko Böhmer
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