Rohstoff-Prognose 2018: Silber hat mehr Potenzial als Gold

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Nach Ansicht der Experten der Commerzbank steht den Edelmetallen nur ein durchwachsenes Jahr bevor – aber Silber hat dabei mehr Potenzial. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Aktuell erscheinen fast täglich neue Prognosen zu den Entwicklungen bei den Rohstoffen im kommenden Jahr.

Jetzt habe ich die ausführliche Analyse der Rohstoff-Experten der Commerzbank erhalten.

Darin sind nicht nur exakte Preis-Prognosen für die verschiedenen Rohstoff-Klassen enthalten, sondern auch detaillierte Begründungen für die weitere Marktentwicklung.

2018: Aufschläge bei Edelmetallen denkbar

Sehr interessant ist dabei direkt der Blick auf das Potenzial bei den Edelmetallen. Hier sind deutliche Aufschläge möglich:

So erwartet die Commerzbank schon im 3. Quartal 2018 einen durchschnittlichen Goldpreis von immerhin 1.350 Dollar.

Auf bis zu 1.400 Dollar kann der Durchschnitts-Preis dann sogar im 1. Quartal 2019 anstiegen.

Silber hat deutlich nachgelassen im Jahresverlauf – aber auch hier sind die Commerzbank-Experten optimistisch für 2018:

Ausgehend von einem Durchschnitts-Preis von 16,50 Dollar im 1. Quartal hat der Silberpreis bis zum 4. Quartal ein Potenzial auf bis zu 18,00 Dollar.

Damit würden der Goldpreis im Schnitt um 7,5% im kommenden Jahr steigen. Beim Silber läge das mögliche Potenzial schon bei knapp 12%.

“Die Realzinsen dürften auf einem niedrigen bzw. teilweise sogar negativen Niveau verharren. Die Opportunitäts-Kosten der Goldhaltung sind somit weiterhin nahe Null, was für eine stärkere Investment-Nachfrage spricht.“

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So heißt es zu den Aussichten für den Goldpreis seitens der Commerzbank.

„Zudem sollten politische Unsicherheitsfaktoren und geopolitische Risiken die Goldnachfrage unterstützen.“

Platin steht vor einem kleinen Comeback

Deutliches Potenzial sieht die Commerzbank auch für den Platin-Preis – und das ist wirklich positiv, denn der Preis war in diesem Jahr eingebrochen.

Besonders deutlich wird das im Verhältnis zum Palladium, dem Top-Performer bei den Edelmetallen in diesem Jahr:

Während Palladium um über 30% zulegte und nach langer Zeit wieder die Marke von 1.000 Dollar pro Unze erreichte, hat der Platin-Preis um rund 15% nachgegeben.

Dazu erklären die Commerzbank-Experten:

„Platin wurde von Gold mit nach unten gezogen und ist überdurchschnittlich auf 880 Dollar gefallen, den tiefsten Stand seit Februar 2016. Auch gegenüber Palladium ist Platin mittlerweile deutlich billiger.

Die sinkende Nachfrage nach Diesel-Fahrzeugen in Europa wirkt sich hier negativ aus. Doch Platin dürfte 2018 im Fahrwasser von Gold auf 975 Dollar je Feinunze im Durchschnitt zulegen.“

Nach den zum Teil deutliche Preissprüngen bei den Industriemetallen ist 2018 das Potenzial bei Kupfer, Zink und Co. aber nur noch begrenzt – oder es wird mit den preisen sogar nach unten gehen.

Fazit

Sie erkennen anhand dieser Prognose: 2018 wird spannend – aber die großen Preissprünge bleiben wohl aus.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.