Rohstoffaktien: Das sind die Gründe für die große Krise

Gold steht bei knapp 1.100 Dollar pro Feinunze. Vor wenigen Tagen sackte der Preis auf das niedrigste Niveau seit 5 Jahren ab.

Doch noch sehr viel stärker stehen derzeit die Aktien aus dem Rohstoff-Segment unter Druck.

Nur ein Beispiel für Sie: Barrick Gold, die globale Nummer 1 bei den Produzenten, hat jetzt das niedrigste Kursniveau seit 2001 erreicht. Die Aktie ist allein in den vergangenen 4 Wochen um 1/3 eingebrochen.

Keine Frage: Die Minenbranche erlebt ganz aktuell eine extrem schwere Krise – und das hat die verschiedensten Gründe.

Mein Kollege Oliver Groß, der Chefredakteur des Börsendienstes „Der Rohstoff-Anleger“, hat sich genau mit diesen verschiedenen Gründen für die Krise ganz intensive auseinandergesetzt.

Dabei verweist Groß zunächst auf den negativen Einfluss der Rohstoffpreise.

Die sind zuletzt im großen Stil gefallen und befinden sich „in vielen Fällen jetzt nahe den Gesamtkosten der Rohstoffproduktion. Das bedeutet, dass der operative Cashflow und die Gewinn-Margen enorm unter Beschuss stehen.“

Für Oliver Groß ist das der Hauptgrund für den Ausverkauf bei den Minenkonzernen. Zudem befinden sich viele Minenkonzerne in einer klassischen Schuldenfalle.

Nach Einschätzung von Oliver Groß haben sich „die meisten der großen Minenkonzerne seit der Jahrtausendwende erheblich verschuldet. Diese Schuldenlast drückt bei fallenden Rohstoffpreisen besonders stark.

Die Minen müssen quasi weiter produzieren, um die Zinszahlungen bewerkstelligen zu können, auch wenn sie aktuell kaum mehr Geld verdienen.“

Die Konsequenz daraus lautet: Viele Minenkonzerne arbeiten aktuell de facto nur für die Gläubiger, nicht für die Aktionäre.

Negative Markttechnik drückt die Kurse bei den Rohstoffaktien immer weiter

Die schon seit längerer Zeit laufende Negativphase im Rohstoffsegment sorgt für eine negative Chart- und Markttechnik.

In der Praxis bedeutet das: „Der Abwärtstrend bei den Minenkonzernen ist im Gesamtbild seit langer Zeit de facto ungebrochen. Das verstärkt den Abwärtsdruck und führt zu Folgeverkäufen.“

Derzeit werden auch viele Minen-Fonds liquidiert. Für Groß ist das ein ganz typisches Phänomen in einem harten Bärenmarkt.

Gerade in den vergangenen Wochen hat der Ausverkauf von Fonds und Institutionellen den Ausverkauf bei den Aktien beschleunigt.

Rohstoff-Experte Groß sicher: „Es läuft die finale Phase des Bärenmarktes“

Dies sind nur einige Gründe, die Oliver Groß für die aktuelle Krise bei den Rohstoffaktien ausgemacht hat.

Aber er hat auch Zuversicht für die Rohstoff-Investoren parat. Nach seiner Analyse lautet das Fazit: „Bewahren Sie Ruhe und verfallen Sie nicht in Panik: Die letzte Phase des Bärenmarkts läuft!“

29. Juli 2015

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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