Rohstoffe: Das Drama geht unvermindert weiter – mit einer Ausnahme

Das Drama an den Rohstoffmärkten geht weiter. So sacken heute die Preise bei vielen Rohstoffen massiv ab – jedenfalls auf Eurobasis. Aktuell läuft wieder das bekannte Spiel an den Märkten. Der Dollar fällt – der Goldpreis steigt.

Doch bei den anderen Rohstoffen geht der Ausverkauf weiter. Das verdeutlicht Ihnen auch der Blick auf die Wertentwicklung in den vergangenen sieben Tagen. Hier hat der Goldpreis immerhin um 3,7% zugelegt. Ganz wichtig: Hier geht es um die Performance in US-Dollar.

Das war es dann aber auch schon mit Gewinnen bei Rohstoffen. Ansonsten dominieren ganz klar die roten Vorzeichen. Das gilt eben auch für die anderen Edelmetalle. Silber hat rund 3,5% an Wert verloren und der Palladium-Preis ist um mehr als 7% eingebrochen. Mit knapp 570 Dollar pro Unze kostet Palladium in diesen Tagen so wenig wie zuletzt im Herbst 2012.

Noch heftiger ist die Entwicklung bei einigen ausgewählten Industriemetallen: So hat Nickel den Absturz fortgesetzt und eben in sieben Tagen um weitere 12% nachgegeben. Nickel gehört mit einer Halbierung des Preises auf Sicht von 12 Monaten zu den schwächsten Rohstoffen überhaupt. Getoppt wird diese Schwäche nur noch von den beiden wichtigsten Ölsorten.

Öl und Nickel sind die größten Verlierer in diesen Tagen

Nach einer kurzen Erholung ist der Ölpreis für die Nordseesorte Brent jetzt auf weniger als 44 Dollar pro Barrel gesunken. Das Jahresminus liegt bei 57%. Die maßgebliche US-Sorte WTI hat sogar die Marke von 40 Dollar schon unterschritten und hat sogar ein Minus von 58% angehäuft.

Diese Marktdaten zeigen Ihnen ganz klar: Die Masse der Rohstoffsektoren befindet sich im Krisenmodus. Das ist keine wirkliche Neuigkeit. Die Frage ist nur seit einer Woche: Können sich die Rohstoffe von den negativen Ereignissen bei den Standardaktienmärkten lösen? Die klare Antwort auf diese Frage lautet: Nein.

Rohstoffe und Rohstoffaktien sind so günstig wie seit sehr langer Zeit nicht mehr. Aber ganz aktuell bleibt die Lage angespannt – es ist eben nicht ausgeschlossen, dass es noch weiter abwärts geht. Einige Optimisten sehen den heutigen Tag als Ende des Ausverkaufs an. Diese Zuversicht kann ich nicht teilen – dafür ist noch zu viel Unsicherheit im Markt.

24. August 2015

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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