Rohstofffonds – jetzt zeichnen oder abwarten? Unsere Prognose

Gute Nachrichten aus dem Hause „UBS“. Es gibt einen neuen Rohstofffonds.

Dieser „Basis Materials“ setzt auf Aktiengesellschaften aus diesen Bereichen:

Bergau, Exploration und Verarbeitung. Dabei berücksichtigt das Fondsmanagement insgesamt bis zu 60 Gesellschaften. In die Auswahl kommen sowohl große Standardunternehmen wie auch kleinere Nebenwerte. Das bedeutet:

Wenn die Nachfrage nach Rohstoffen weiterhin stimmt, könnten Explorateure über den Abbau, die Verarbeitung und den Vertrieb weiter Geld verdienen und die schon gestiegenen Rohstoffpreise endlich nachbilden. Die Minengesellschaften hinken ansonsten bislang noch etwas hinterher.

Günstige Gebühr

Zunächst fällt auf, dass die Gebühren bei diesem Fonds noch vergleichsweise moderat sind. 1,8% kostet der Fonds offiziell pro Jahr. Dies ist insgesamt noch ein azeptabler Wert, da Standardfonds nicht mehr als 2,5% jährlich kosten sollten. Allerdings:

Im Vergleich dazu könnten Sie über Branchenzertifikate ebenso die wichtigsten Titel abbilden und müssten weitaus weniger Gebühren in Kauf nehmen. Deshalb ist eine Investition schon genauer zu kalkulieren.

  • Zertifikate haben einen speziellen Nachteil: dies sind Anleihen, also Schuldverschreibungen, die im Fall des Konkurses vom Emittenten nicht mehr zu 100% zurückgezahlt würden.
  • Fonds hingegen stellen verbriefte Anteile an Unternehmen dar, die mit dem geschäftlichen Erfolg der Fondsgesellschaft zunächst nichts zu tun haben. Im Konkursfall kämen Sie an Ihr Vermögen direkt dran.
  • Zudem haben Fonds den Vorteil, dass sie keine Laufzeit kennen. Etliche Zertifikate und Zertifikate-Formen hingegen sind an Termine gebunden und müssen genau in dem Zeitabschnitt wie prognostiziert punkten.
  • Schließlich werden Fonds – wie in diesem Fall – aktiv gemanagt. Das ist hier ein Vorteil, da Branchenzertifikate bei einer entsprechenden konjunkturellen Entwicklung ohne Gegenwehr in dieselbe Richtung gehen würden. Branchen sind zyklisch.
  • Aktive Fondsmanager hingegen können wenigstens über die Selektion der Unternehmen die Anzahl der Fehlinvestments reduzieren. Da dies aber lediglich in 20% der Fälle gelingt, bleibt die Frage, ob ein aktiver Rohstofffonds zur Stunde tatsächlich die richtige Investition ist.
  • Schließlich bedenken Sie bitte zudem, dass Rohstoffe von der konjunkturellen Entwicklung leben. Bekannt wurde jetzt aus China, dass die Nachfrage nach Kohle und Kupfer stark nachlässt. Daran kranken derzeit australische Minenwerte.
  • Da Fondsmanager nicht bei 0% investiert sind, würden Sie aktuell die volle Minusfahrt der australischen Minenunternehmen mitnehmen. Dies empfiehlt sich nicht.

GeVestor.de meint daher: investieren Sie aktuell nicht in diesen Fonds, wenn Sie kein unnötiges Risiko für Ihre Renditen eingehen wollen. Die Konjunktur wird sich weltweit ein wenig abkühlen, wenngleich das Wirtschaftswachstum in China noch stimmt.

Da aber die Nachfrage aus dem Reich der Mitte aktuell stark einbricht, würden Sie jetzt in fallende Kurse hinein investieren müssen. Eine Alternative für „Rohstoffe“ bleiben Versorger wie RWE.

22. Mai 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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