Rohstoffmarkt: Hoffnungsschimmer werden größer

Rohstoffpreise befinden sich derzeit stark auf dem Rückzug. Wie heftig der Einbruch derzeit abläuft, verdeutlicht ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen zwölf Monate. So hat der Goldpreis auf Sicht eines Jahres um 16 % nachgegeben.

Drastischer fallen jedoch die Rückgänge beispielsweise bei Kupfer aus. Hier ist der Preis innerhalb eines Jahres um rund 25 % eingebrochen. Einen noch höheren hohen Abschlag gab es beim Palladium mit 29,4 %.

Doch mit weitem Abstand ist Öl der größte Verlierer am Rohstoffmarkt. Innerhalb eines Jahres hat sich hier der Ölpreis nahezu halbiert. Nach zwischenzeitlichen Zuwächsen hat der Ölpreis vor allen Dingen in den letzten vier Wochen wieder klar an Wert verloren: Hier steht ein Minus von immerhin 10 % zu Buche.

Ölpreis hat wieder Potenzial für Preisaufschlag bis Ende 2015

Speziell der Ölpreis ist ein sehr wichtiger Indikator für die weiteren wirtschaftlichen Aussichten. Rohöl bleibt nun einmal der Schmierstoff der Weltwirtschaft. So wie es aktuell aussieht, gibt es Öl im Überfluss. Aktuell herrscht am Weltmarkt ein klarer Angebotsüberhang. Entscheidend für den Ausbau der weltweiten Produktion waren zuletzt die vereinigten Staaten.

Dort ist die tägliche Produktion seit Anfang 2012 von damals 6 Millionen Barrel auf zuletzt etwas mehr als 9 Millionen Barrel angestiegen. Das lag schlicht und einfach an der deutlichen Ausweitung der US Ölbohrungen. Auch hier hat sich zuletzt der Trend umgedreht. Seit Ende 2014 nimmt die Anzahl der neuen US Ölbohrungen deutlich ab.

Mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung wird sich das auch negativ auf die tägliche Produktion auswirken. In der Folge wird sich der Angebotsüberhang am Ölmarkt deutlich abbauen.

Das sollte dem Ölpreis kurzfristig wieder einige Unterstützung bringen. Nach den zuletzt deutlich gefallenen Preisen erwarten beispielsweise die Rohstoffexperten der Commerzbank für das Jahresende wieder einen Ölpreis von 65 Dollar pro Barrel und damit rund 10 Dollar mehr als aktuell.

Auch bei Palladium sind die Experten der Commerzbank positiv gestimmt. Das für den Automobilbau wichtige Edelmetall ist zuletzt regelrecht eingebrochen beim Preis. Mit rund 620 $ Palladium auf ein zweieinhalb Jahres Tief gefallen. Doch gerade in den USA zieht die Autokonjunktur wieder an. Speziell bei den großen SUV gegen die Verkaufszahlen klar zu. Diesem Segment werden für den Einsatz in Katalysatoren größere Mengen Palladium benötigt.

Laut Commerzbank bietet das kurzfristiges Potenzial für die weitere Entwicklung beim Palladiumspreis. Nachdem zuletzt erlebten Einbruch dürfte der Palladiumspreis nach Ansicht der Commerzbank Experten ist zu Ende wieder auf 700 $ pro Unze ansteigen.

3. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Heiko Böhmer. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt