Rohstoffpreise: Aktuell sind Zucker & Co zu gefährlich

Wir warnten vor Spekulationen auf Zucker oder anderen Rohstoffen. Auch die niedrigen Kurse sind nach wie vor kein Einstiegsgrund. (Foto: Joe Belanger / Shutterstock.com)

Wer 2011 nach attraktiven Einstiegskursen sucht, wird an Zucker nicht vorbeikommen.

Dies ist der erste Blick, der zweite jedoch lässt uns warnen.

Der Zuckerpreis ist seit Jahresanfang um 23% zurückgekommen – die Talfahrt aber kann weiter gehen. Lesen Sie hier alles über die aktuellen Rohstoffpreise.

Rohstoffpreise: Aktuell lässt sich der Zuckerwert  kaum messen

Die Schwierigkeit bei Nahrungsmitteln wie Zucker ist die fehlende “Referenz”. Wie lässt sich der Preis anders einschätzen als über die bloße Nachfrage und das Angebot?

Mit einem Zuckerinvestment 2011 wären Sie daher sofort direkt unter Händlern, die dieses Geschäft seit vielen Jahren betreiben.

Händler aber haben die Neigung, auch zu bluffen. Dies ist auf allen Märkten der Welt so – und eine Gefahr für reine Anlageinvestoren. Daher ist der Rohstoff Zucker für uns kein Einzelinvestment. Es sei denn, Sie wollten “zocken”.

Zucker verliert allein in einer Woche Rekordwerte

Mit Zucker oder Weizen etwa können Sie in einer Woche schnell 5% und mehr verlieren, wie sich alleine in den vergangenen Wochen gezeigt hat. Dies kann mit Aktien zwar auch passieren, nur: diese können Sie dann bewerten.

Immer wieder schätzen so genannte Experten die Nachfrage. Diese Schätzungen aber sind alleine vom Zeitablauf extrem ungenau. Zudem können Sie weiterhin das Verhalten der Händler nicht einschätzen.

Rohstoffpreise: Aktuell sind auch Kaffee, Soja und Öl nicht vorhersehbar

Rohstoffe sind unterschiedlichste Anlageobjekte. Zucker, Öl, Kaffee, Soja oder Mais, Platin: all diese Anlagechancen hat die Zertifikate-Industrie in Wertpapiere verpackt und private Investoren zum Zocken verleitet.

Gold ist aktuell 76 Mal so teuer wie SilberWie viel Gold im Verhältnis zu Silber wert ist, beschreibt die Gold Silber Ratio – ein aktueller und historischer Überblick. › mehr lesen

Die Ergebnisse ernüchtern uns: Jetzt liegen die Performance-Zahlen vor. Demnach entwickelten sich einzelne Anlageklassen wie folgt:

  • Benzin: + 18,8% in Euro
  • Schweinefleisch + 13,6% in Euro
  • Silber: + 10,2% in Euro
  • Kaffee: +4,5% in Euro
  • Öl: +1,3% in Euro
  • Lebendrind: -0,2% in Euro
  • Kako: -1,2% in Euro
  • Kupfer: -6,5% in Euro
  • Platin: -7,5% in Euro
  • Erdgas: -11,6% in Euro
  • Zucker: -14,4% in Euro
  • Baumwolle: -22,7% in Euro
  • Weizen: -26,2% in Euro

Nicht zu kalkulieren: einzelne Rohstoffpreise

Diese Auswahl an Rohstoffpreisen zeigt das gesamte Dilemma: Sie können die Preise kaum kalkulieren. Wer auf Baumwolle setzte und dabei sogar ein Hebelzertifikat kaufte, hat mit hoher Sicherheit einen Totalverlust erlitten.

Wer auf Schweinefleisch setzte, wird gewonnen haben. Nur: die einzelnen Händler und Spekulanten sind ebenso wie diese Märkte fast nicht sichtbar. Mit anderen Worten: als Investor konnten und können Sie nichts kontrollieren.

Rohstoffe: wir warnen vor Einzelinvestments

Wir müssen Sie aufgrund der Datenlage vor Einzelinvestments warnen. Zuviele Faktoren fließen in die Preise ein, hier treffen Sie weder Vorsorge noch haben Sie ausreichend Renditechancen.

Einzelne Rohstoffe bilden die Ausnahme. Gold und Silber etwa sind als Rohstoffe zumindest sichtbar. Sie können investieren.

Alle anderen Preis-Spekulationen sind reine Zockerei. Gerade Hebel-Investments führen mehrheitlich zum Totalverlust.

Daher ist das Bild nicht “uneinheitlich”, wie eine Zeitung meinte, sondern klar: nicht investieren.

Falls Sie auf Agrarrohstoffe und Nahrungsmittel setzen, kaufen Sie Einzelaktien. Nestlé beherrscht den Nahrungsmittel-Markt. Damit aber haben Sie langfristig Zugriff auf die insgesamt steigenden Preise.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.