Rohstoffwerte verlieren weiter an Boden

Die Aktienmärkte stehen generell unter Druck. Doch ganz besonders hart trifft es in diesen tagen viele Rohstoffaktien. (Foto: Joe Belanger / Shutterstock.com)

Die aktuelle Schwäche der Rohstoffe lässt sich auch an vielen Aktien gut ablesen. Das zeigt der Blick auf den S&P 500, den maßgeblichen US Index. Dort sind viele Unternehmen gelistet – aber eben auch extrem viele Rohstoffe. Und beim Blick auf die größten Verlierer des gestrigen Handelstages zeigt sich schon die Dominanz der Rohstoffwerte: Von den 10 schwächsten Unternehmen gehören 7 zum Rohstoffsektor.

Dabei sind etliche Energiefirmen aber auch große Rohstoffkonzerne wie Newmont Mining oder Freeport McMoran. Diese Unternehmen haben jetzt an nur einem Handelstag 6% und mehr an Wert verloren. Da kann man ohne Übertreibung von einem Ausverkauf sprechen. Größter Verlierer war jedoch die Kaufhauskette Macy`s mit einem satten Tagesverlust von 15%. Auch dieser Sektor steht in den USA derzeit massiv unter Druck – aber das ist ein ganz anders Thema.

Die vergangenen Wochen haben grundsätzlich eine deutlich gestiegene Verunsicherung gebracht. Das erstaunliche dabei ist, wie breit sich diese Verunsicherung im Rohstoffsektor schon festgesetzt hat. So ging es zuletzt eben nicht nur bei den Edelmetallen nach unten. Eine Schwäche haben auch die Industriemetalle oder die Energierohstoffe erlebt.

Strafzölle drücken auch bei den Rohstoffen auf die Stimmung

Eine immer wieder zu hörende Begründung für die Schwäche sind die aufgekommenen Handelsstreitigkeiten zwischen immer mehr Ländern. Sollten die Strafzölle weiter ausgebaut werden, ist tatsächlich mit geringeren Handelsaktivitäten zu rechnen. Und genau das wird jetzt schon an den Rohstoffmärkten vorweggenommen.

Eines müssen Sie immer im Hinterkopf haben: An der Börse wird die Zukunft gehandelt und nicht in den Rückspiegel geschaut. Genau deshalb steht jetzt die Rohstoffwerte so deutlich unter Druck. Allerdings halte ich bei etlichen Sektoren aktuell die schwache Stimmung für deutliche übertrieben. Operativ hat das 2. Quartal ordentliche Zahlen bei vielen Unternehmen gebracht. Dennoch spielen die bei der aktuellen Bewertung der Unternehmen eine untergeordnete Rolle. In den vergangenen Jahren hat es aber immer wieder solche Marktphasen gegeben.

Allerdings ist es natürlich für die kurzfristige Positionierung auch extrem schwierig, ein Ende der Korrekturphase zu prognostizieren. Und sollten sich die Befürchtungen bezogen auf die schwächeren Handelsaktivitäten tatsächlich bewahrheiten, kann es an den Rohstoffmärkten auch weitere Rückschläge geben.

Ruhe bewahren ist jetzt angesagt

In einer aktuellen Marktphase wie wir sie jetzt erleben, kann es durchaus auch angesagt sein abzuwarten. Das gilt natürlich besonders für neue Positionen. Auch wenn jetzt viele Unternehmen deutlich zurückgekommen sind, ist es noch kein Einstiegssignal. Wer schon investiert ist, sollte erst einmal Ruhe bewahren – auch das kann in solchen Phasen helfen.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.