Roku-Aktie geht nach starken Zahlen durch die Decke

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Roku-Aktie im Höhenflug. Der Streamingspezialist meldet starke Zahlen und will im laufenden Jahr die Milliardenmarke beim Umsatz durchbrechen. (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Einen richtigen Satz machte am vergangenen Freitag die Aktie des US-Technologiekonzerns Roku. Seit Vorlage von starken Zahlen am Freitag schoss die Aktie um mehr als 25% nach oben. Wer in der Korrekturphase im Dezember mutig war und bei den Papieren zugegriffen hat, kann sich inzwischen über eine Kursverdopplung freuen.

Roku im Portrait

Auch wenn die Produkte von Roku immer beliebter werden, die Aktie ist hierzulande trotz ihres Börsenwerts von 5 Milliarden Dollar so gut wie unbekannt. Dabei gliedert sich das Geschäft der Firma in zwei Bereiche auf:

Media Player (Hardware): In seinem Hardware-Geschäft erzielte Roku zuletzt einen Quartalsumsatz von 124,3 Millionen Dollar (+21% gegenüber Vorjahresperiode). Das waren 45% des Gesamtumsatzes. Lassen Sie mich Ihnen erläutern, womit genau Roku im Hardware-Segment sein Geld verdient: Während der Zuschauer beim „klassischen“ Fernsehen den TV-Zugang (meistens) über Kabel oder Satellit erhält, nutzen mittlerweile immer mehr Kunden das Internet als Alternative. Oft wird hierzu eine Set-Up-Box genutzt, um den Fernseher mit dem Internet zu verbinden.

Diese Set-Up-Boxen bieten neben dem reinen Zugang zum Internet auch weitere Vorteile, vor allem den „rund um die Uhr“-Zugriff auf eigene Film- und Serien-Mediatheken. Roku bietet eine solche Set-Up-Box an und konkurriert in diesem Markt mit den großen Technologie-Riesen Amazon, Google und Apple, für die Set-Up-Boxen allerdings nur ein Randgeschäft darstellt.

Platform Business (Software & Lizenzen): In diesem Segment konnte Roku seinen Umsatz im 4. Quartal 2018 um ganze 77% auf 151,4 Millionen Dollar steigern. Der Umsatz im Platform Business machte damit zuletzt 55% des Gesamtumsatzes aus. Grundstein für das hohe Wachstum in diesem Segment ist zunächst einmal das eigene Betriebssystem, das von TV-Herstellern wie z.B. Sony in den Smart-TV-Fernsehgeräten vorinstalliert wird. Eine zusätzliche Set-Up-Box ist bei diesen Geräten nicht mehr nötig, um auf die Film-und Serien-Mediathek von Roku zuzugreifen. Roku hält die Lizenzen für viele der populärsten Filme und Serien.

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Mit anderen Worten: Immer mehr Haushalte nutzen neben dem klassischen Fernsehprogramm auch die umfangreiche Roku-Mediathek. Zuletzt waren mehr als ein Viertel der in den USA verkauften smarten Fernseher „Roku TVs“. Die Mediathek ist kostenlos (und wird daher oft genutzt), jedoch bekommt der Zuschauer kurze Werbeeinspielungen zu Beginn der Filme gezeigt. Was zunächst nicht sonderlich spektakulär klingt, ist dennoch ein großer Wachstumsmarkt. Experten schätzen den traditionellen Markt für Fernsehwerbung auf derzeit 70 Milliarden Dollar pro Jahr.

45% Umsatzwachstum in 2018

Auch die Zahlen für das Gesamtjahr konnten sich zuletzt sehen lassen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr erreichte Roku einen Umsatz von 742,5 Millionen Dollar und damit 45% mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei schaffte es die Firma, ihre Kundenbasis besser zu monetarisieren. So erhöhte sich der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer (ARPU) um 4,17 Dollar auf 17,95 Dollar (nach 12 Monaten). Allerdings verharrte Roku im Gesamtjahr noch in der Verlustzone, obwohl im vierten Quartal der Sprung in die Gewinnzone gelang.

Milliardengrenze im Visier

Für das laufende Jahr zeigt sich Firmenboss Anthony Wood weiter zuversichtlich und rechnet damit, dass die magische Milliardenmarke beim Umsatz durchbrochen wird. Das wäre ein Zuwachs von mindestens 36%. Parallel dazu soll sich der Bruttogewinn auf 450 Millionen Euro mit einer ähnlichen Wachstumsrate verbessern.

Kursziel der Analyten bereits erreicht

Nach der Kursrally der vergangenen Wochen zeigen sich die Analysten momentan aber eher zurückhaltend. Insgesamt beschäftigen sich 15 unterschiedliche Bankhäuser mit dem Unternehmen. Zwei Drittel raten zum Kauf der Papiere, während das restliche Drittel in der Aktie lediglich eine Halteposition sieht. Das durchschnittliche Kursziel liegt aktuell bei 58,64 Dollar und damit unter dem gerade erreichten Kursniveau (67 Dollar). Allerdings könnte sich das Preisziel auch noch ändern, da noch nicht alle Analysten ihre Schätzungen nach den Zahlen überarbeitet haben.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.