Roter Sommer? Handelskrieg wird zum Währungskrieg und zwingt die Märkte in die Knie!

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USA und China ziehen den gesamten Aktienmarkt in den Keller. Aus dem Handelskrieg wird jetzt wohl auch noch ein Währungskrieg. Das könnte ein roter Sommer werden! (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Die zweite Kurslücke in Folge! Der DAX sprintet nach unten, als gäbe es kein Morgen. Haben wir bei 11.650 Punkten jetzt schon das Ende erreicht? Die Optimisten steigen jetzt schon wieder ein und nennen sich Antizykliker. Aber ist das wirklich schon angebracht?

DAX im Kreuzfeuer

Eigentlich hat der DAX ja nichts getan und die deutschen Unternehmen sind auch unschuldig am Abverkauf. Das Thema ist und bleibt einfach der Export. Darin ist Deutschland sehr gut aufgestellt. Doch wenn die großen Abnehmer sich streiten, leidet der Dritte. Im Chart sieht das dann so aus:

Sie sehen den Verlauf ab Dezember 2018 im Tageschart. Unter dem Chart ist der Slow Stochastic Indikator eingeblendet. Jetzt, wo die Volatilität wieder zunimmt, zeigt uns der Indikator, dass er bereits im Extrembereich notiert. Das hat er derart zuletzt vor Weihnachten getan. Den Teil habe ich Ihnen eingekreist.

Wenn Sie das mit dem Chart darüber vergleichen, kam nach diesem Extremwert im Indikator noch ein weiteres und finales Tief im Chart. Ist das diesmal ähnlich? Wenn das der Fall ist, könnte der Indikator bald wieder drehen und die ersten Käufer anlocken. Doch das eigentliche Tief haben wir dann noch nicht gesehen. Das kommt dann vielleicht erst Mitte oder Ende August.

Bekommen wir einen Doppelboden oder geht es tiefer?

Aktuell hält noch das Sommertief bei 11.660 Punkten. Mit der Geschwindigkeit, mit der die Verkäufer den DAX nach unten drücken, muss die Talfahrt hier aber noch nicht zu Ende sein.

Wir hätten auch noch eine Kurslücke im Angebot. Die sehen Sie Ende März / Anfang April. Demnach könnten die Kurse auch noch 11.526 Punkte erreichen, um diese Lücke zu schließen. Davon sind wir heute nicht einmal mehr 150 Punkte entfernt! Es ist also durchaus im Bereich des Möglichen.

Die nächsten Marken hatte ich Ihnen schon am Freitag gezeigt. 11.330 und 10.900 Punkte könnten noch untere Ziele sein. Wenn wir das allerdings mit den Kursen vor Weihnachten vergleichen und dem nachfolgenden Tief im Chart, nachdem der SlSTOC nach oben drehte, sehen wir: Damals waren es nur rund 200 Punkte, die der DAX noch viel.

Es wäre demnach also ganz chic, wenn der DAX sich ähnlich verhalten würde. Dann könnten wir die Kurslücke bei 11.526 Punkten schließen. Vermutlich, wie so oft, nie genau auf der Marke aber 20 Punkte darüber oder darunter sind realistisch. Danach drehen die Kurse dann wieder und es folgt eine zweite Welle nach unten, die noch 11.330 Punkte erreicht. Dann hätte der DAX exakt dasselbe Programm abgespult, wie vor Weihnachten. Ob es so kommt, wissen wir einigen Wochen.

Kurslücken oben und unten

Irgendeine Kurslücke wird der DAX diese Woche wahrscheinlich schließen. Entweder geht es runter Richtung 11.526 Punkte oder wieder rauf bis mindestens 11.872 Punkte. Dann wäre nämlich die neue Lücke geschlossen, die er über das Wochenende gerissen hat.

Und danach gäbe es noch ein Gap bei 12.253 Punkten – doch das ist aktuell Lichtjahre entfernt. Es sieht nämlich nicht so aus, als würden China und die USA plötzlich wieder beste Freunde werden. Wenn insgesamt der Handelskrieg jetzt auch noch zu einem Währungskrieg wird, weil China den Yuan abwertet, kann sich die Spirale schnell nach unten ausweiten.

So richtig positiv wird es im DAX eigentlich erst wieder ab 12.601 Punkten. Dazu muss der DAX aber die verlorenen knapp 1.000 Punkte erst einmal wieder aufholen. Das kann dauern. Gerade in den Sommermonaten.

Sieht so aus, als hätten wir einen typischen August mit gut 1.000 Punkten Minus. Also übertreiben Sie es nicht auf der Long-Seite. Der Markt und dessen Teilnehmer sind gerade sehr nervös!

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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