Royal Caribbean-Aktie: Nach Megadeal werden Karten auf dem Markt für Kreuzfahrten neu gemischt

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Royal Caribbean-Aktie: Nach Megadeal werden die Karten auf dem Kreuzfahrtmarkt neu gemischt. Einstieg bei Silversea Cruises stärkt Positoin im Luxus- und Expeditionsbereich. (Foto: Fasttailwind / Shutterstock.com)

Der Markt für Kreuzfahrtreisen boomt seit Jahren. Alleine in Deutschland buchten im vergangenen Jahr 2 Millionen Touristen eine Kreuzfahrt, im Jahr 2020 sollen es bereits 3 Millionen Passagiere sein. Die weltweiten Zahlen zeigen Ihnen, um was für einen Milliardenmarkt es sich hierbei handelt: Weltweit werden im Jahr 2022 rund 30 Millionen Passagiere auf Kreuzfahrt gehen, 2026 sollen nach den jüngsten Branchenschätzungen 35 Millionen und 2030 bereits 40 Millionen Gäste sein.

Kein Wunder, dass sich mit Aktien von Kreuzfahrtunternehmen in den vergangenen Jahren gutes Geld verdienen ließ. So legten die Aktien der beiden weltweit führenden Kreuzfahrtkonzerne Royal Caribbean Cruises und Carnival im zurückliegenden Fünfjahreszeitraum um 200% respektive um 90% an Wert zu.

Royal Caribbean im Portrait

Royal Caribbean International ist eine internationale Kreuzfahrtmarke, die mehr als 250 Reiseziele in 71 Ländern und fünf Kontinenten anfährt. Royal Caribbean International verfügt mit 50 Kreuzfahrt-Schiffen nicht nur über eine der größten und innovativsten Flotten der Weltmeere, sondern auch über die größten Kreuzfahrtschiffe der Welt. Bis zu 6.000 Passagiere finden auf den schwimmenden Ferien-Ressorts Platz.

Das Unternehmen ist nach Carnival das weltweit zweitgrößte Kreuzfahrtunternehmen. Es verfügt über die fünf Tochtergesellschaften Celebrity Cruises, Royal Caribbean International, Pullmantur (zu der auch die Fluggesellschaft Wamos Air gehört), Azamara Club Cruises und CDF Croisières de France. Weiterhin hält das Unternehmen 50 Prozent der Anteile von TUI Cruises und eine Minderheitsbeteiligung an der chinesischen Marke SkySea Cruises.

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Dabei sind die Schiffe besonders luxuriös, die Freizeitattraktionen beeindruckend: An Bord der Schiffe erwarten die Gäste einzigartige Erlebnisse und überraschende Neuheiten wie die Zip-Line Seilrutsche, der North Star in 90 Meter Höhe, der „Flowrider“ Surfsimulator, Kletterwände, Eisbahnen, Sportkurse, Fallschirmsimulatoren und vieles mehr.

Kreuzfahrtkonzern reitet die Erfolgswelle

Mit seiner Positionierung war der US-Konzern zuletzt ausgesprochen erfolgreich. Obwohl die Umsätze seit 2012 „nur“ von 7,68 auf 8,77 Milliarden Dollar kletterten, verbesserte sich der Gewinn deutlich überproportional von 18 Millionen Dollar auf zuletzt 1,62 Milliarden Dollar. Damit lag die Gewinnspanne zuletzt bei 18,51% und damit auf dem höchsten Niveau der Firmengeschichte. Für Sie zum Vergleich: Der gut doppelt so große Marktführer Carnival erreichte bei einem Jahresumsatz von 17,51 Milliarden Dollar zuletzt eine Gewinnspanne von 14,88% (Gewinn: 2,60 Milliarden Dollar).

Royal Caribbean mit milliardenschwerem Zukauf

Neben organischem Wachstum setzt der US-Konzern jetzt aber auch auf Zukäufe. Gerade legte das Unternehmen eine Offerte für eine 67%-Beteiligung an dem Luxuskreuzfahrtunternehmen Silversea für rund 1 Milliarde Dollar auf den Tisch. Silversea betreibt 9 Kreuzfahrtschiffe und fährt Ziele in allen sieben Kontinenten an. Mit der Übernahme will der US-Konzern seine Position in Luxus- und Expeditionskreuzfahrten bedeutend erweitern. Silverseas größtes Schiff kann etwas mehr als 600 Passagiere befördern, aber viele haben nur eine Kapazität von 100 bis 200.

Konzernführung zeigt sich zuversichtlich und hebt Jahresplanung an

Royal Caribbean hat im April seine Prognose für das bereinigte Ergebnis pro Aktie für das Gesamtjahr um 15 Cent auf eine Spanne von 8,70 bis 8,90 Dollar angehoben, da die Buchungen 2018 den Rekordwert des Vorjahres übertrafen. Nach Bekanntgabe der Transaktion bestätigte das Unternehmen seine Ergebnisprognose. Auf Basis der Unternehmensplanungen handelt die Aktie momentan mit dem 12-Fachen der erwarteten Gewinne für das laufende Geschäftsjahr.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.