Royal Caribbean: Kreuzfahrtbetreiber auf unruhiger See

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Dem Kreuzfahrtriesen Royal Caribbea brechen die Erträge weg. Corona sorgt für ein abruptes Ende des Booms und sorgt für Milliardenverlust im zweiten Quartal. (Foto: Denis Belitsky / shutterstock.com)

Die Pandemie schlägt bei der Kreuzfahrtbranche voll ins Kontor. Auf Grund der Corona-Beschränkungen rutschte die zweitgrößte Reederei Royal Caribbean tief in die roten Zahlen. Die Anleger stört es offenbar nicht. Die jüngste Erholungsbewegung setzte sich nach Vorlage der Zahlen zur Geschäftsentwicklung weiter fort. Nach einem zweistelligen Tagesgewinn summiert sich das Kursplus seit März auf 150%. Dennoch dürften damit nur die ganz Mutigen im Gewinn liegen. Seit dem Jahreswechsel haben die Papiere nämlich immer noch einen Verlust von 50% zu verzeichnen.

Royal Caribbean im Portrait

Royal Caribbean Group (bis Juli 2020 Royal Caribbean Cruises) ist ein Kreuzfahrtunternehmen mit Sitz in Monrovia und operativer Hauptzentrale in Miami. Das Unternehmen ist das weltweit zweitgrößte Kreuzfahrtunternehmen. Es verfügt über die fünf Tochtergesellschaften Celebrity Cruises, Royal Caribbean International, Pullmantur (zu der auch die Fluggesellschaft Wamos Air gehört), Azamara Club Cruises und Silversea Cruises. Weiterhin hält das Unternehmen 50% der Anteile von TUI Cruises.

Hohe Konzentration bei Kreuzfahrtbetreibern

Nach einer massiven Konsolidierung in den 90iger Jahren wird der Kreuzfahrtmarkt von wenigen Playern beherrscht: Den beiden Marktführern Carnival und Royal Caribbean folgen Norwegian Cruise Line Holdings und MSC Cruises. Die vier Kreuzfahrtgiganten vereinen mehr als drei Viertel des kompletten Hochseetourismus unter sich.

Corona-Pandemie schlägt mit voller Wucht zu

Durch die weiter grassierende Pandemie hatte der Kreuzfahrt-Gigant zuletzt massive Einbrüche zu verzeichnen. Auf Grund der Reisebeschränkungen und der erhöhten Ansteckungsgefahr auf den Schiffen erlitt die jahrelang gestiegene Nachfrage nach Urlauben auf Kreuzfahrtschiffen einen herben Dämpfer. Die Entwicklung spiegelte sich deutlich in den Zahlen wider: Im abgelaufenen zweiten Quartal verkaufte Royal Caribbean Kreuzfahrttickets im Wert von 107 Millionen Dollar und generierte 68,5 Millionen Dollar Umsatz auf den Schiffen.

Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahresquartal lag das Ticketvolumen bei 2,01 Milliarden Dollar – auf den Schiffen ging zudem ein Umsatz von 788 Millionen  Dollar durch die Bücher. Unter dem Strich schmolzen also die Erlöse um 93% zusammen.

Royal Caribbean rutscht tief in die roten Zahlen

Naturgemäß machte sich der Nachfrageeinbruch massiv bei der Gewinnentwicklung bemerkbar. Nach einem Quartalsgewinn von 479 Millionen Dollar im Vorjahr, stand nun ein Verlust von 1,63 Milliarden Dollar in den Büchern. Auf bereinigter Basis verlor das Unternehmen 6,13 Dollar je Aktie, während Analysten nur mit einem Verlust von 4,82 Dollar gerechnet hatten.

Wertberichtigungen belasteten den Gewinn mit 157 Millionen Dollar. Der nach Carnival zweitgrößte Kreuzfahrtkonzern der Welt gab zudem einen wenig erquickenden Ausblick. Auf Grund der aktuellen Reisebeschränkungen rechnet das Unternehmen damit, monatlich zwischen 250 bis 290 Millionen Dollar an Bargeld zu verbrennen. Derzeit sitzt der Konzern noch auf Barreserven von 4,1 Milliarden Dollar an. Zahlreiche Schiffen wurden in den letzten Wochen für neue Kredite verpfändet. Allerdings sinkt deren Wert ebenfalls, solange sie im Hafen liegen.

Fokus auf Steigerung der Effizienz

Unterdessen versucht sich der Konzern auf eine längere Dürreperiode einzustellen und plant, die operative Effizienz weiter zu verbessern. In diesem Jahr ist eine Erholung der Branche nicht mehr zu erwarten. Auch der Versuch, die Kunden mit stornierten Reisen auf das nächste Jahr umzubuchen, ist bislang nur begrenzt erfolgreich. Immerhin haben mit 48% knapp die Hälfte eine Rückzahlung des Preises verlangt. Gut möglich, dass der jahrelange Kreuzfahrtboom, vor allem bei dem älteren Publikum, für längere Zeit deutlich an Attraktivität deutlich an Dynamik verliert.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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