RTL und Axel Springer vollziehen erfolgreich die digitale Wende

Während die Energiewende stockt, vollziehen einige große Medienkonzerne wie Axel Springer und die RTL Group erfolgreich die digitale Wende. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Gleich zwei Medienkonzerne von europäischer Bedeutung haben heute ihre Bilanzen für 2013 vorgelegt: Axel Springer und die RTL Group. Bei beiden Medienunternehmen läuft eine massive digitale Wende. Onlineinhalte auf reichweitenstarken Youtube-Kanälen werden immer wichtiger für die Sendergruppe RTL.

Bei Axel Springer sind es eher die kostenpflichtigen digitalen Inhalten bekannter Medien, die jetzt bei der Zeitung „Die Welt“ oder der Bild Zeitung auch Einnahmen abwerfen. Klar ist: Ohne eine deutliche Strategieänderung wird es auch für die großen Medienkonzerne immer schwieriger im digitalen Zeitalter zu bestehen.

Aber grundsätzlich haben Medienaktien noch eine gute Basis: Wer den schon bestehenden Werbekunden immer neue Werbewege anbieten kann, erhöht auf jeden Fall seine Reichweite. Und genau das machen aktuell sowohl die RTL Group als auch der Axel Springer Konzern.

Bei Axel Springer stand 2013 ganz klar im Zeichen der digitalen Wende und den daraus resultierenden Investitionen. Schon für 2014 stellt Vorstandschef Matthias Döpfner aber ein Umsatz- und Gewinnwachstum in Aussicht.

Im vergangenen Jahr nahm der Berliner Konzern auch eine Umstrukturierung vor: So gehören jetzt zum Geschäftsbereich „Bezahlangebote“ die gedruckten Zeitungen und Zeitschriften im In- und Ausland und eben auch die digitalen journalistischen Angebote. Dieses Segment sorgt noch immer für rund die Hälfte des Konzernumsatzes – wenn es auch 2013 wegen sinkender Werbe- und Verkaufseinnahmen bei klassischen Print-Titeln einen Rückgang um 5% gab.

Immerhin hat das neue Bild Plus Angebot bis jetzt nach Konzernangaben schon 150.000 Abonnenten. Und mit der Übernahme des TV-Senders N24 will Axel Springer die eigene Welt-Gruppe zu einem der Topmedienanbieter im deutschsprachigen Raum machen.

RTL Group steigert die Reichweite – auch auf Youtube

Bei der RTL Group sieht es ganz anders aus. Die größte europäische Sendergruppe wächst vor allem durch Übernahmen im digitalen Sektor: Hierzu hat das mittlerweile erfolgreich im MDAX gelistete Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr einige wichtige Multi-Channel Networks (MCN) übernommen, die über das weltweit größte Videoportal im Internet, Youtube aktiv sind.

Die Namen wie Broadband TV oder Style Haul sind eher unbekannt – aber unter dem Dach von Broadband TV laufen aktuell mehr als 15.000 Kanäle auf Youtube die mehr als 1,4 Mrd. Abrufe pro Monat bringen. Der Nettogewinn sprang wegen einiger Einmaleffekte deutlich nach oben – doch auch ohne die Sondereffekte kletterte die Umsatzrendite von 18,0 auf 19,6%. Das ist eine Marge, von der viele andere Branchen nur träumen können.

An der Börse lagen die Erwartungen bei beiden Aktien deutlich höher: Mit Abschlägen von 3% bei RTL du mehr als 4% bei Axel Springer rangieren beide Medientitel heute am Endes des MDAX. Das mag an den eher durchwachsenen Ausblicken bei beiden Unternehmen liegen. Doch in den vergangenen 12 Monaten gehörten beide Medientitel zu den Topwerten im MDAX. Während das deutsche Nebenwertesegment 27% Zuwachs schaffte, brachte es Axel Springer auf ein Plus von fast 35% und die RTL Group sogar auf eine Kurssteigerung von 72%.

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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