Rückversicherer in schwierigem Marktumfeld

Rückversicherer sind i. d. R. finanziell solide aufgestellte Unternehmen, die ihre Finanzmacht dazu nutzen, Geschäfte mit Versicherungs-Unternehmen zu machen.

Für Anleger bieten diese Konzerne immer auch interessante Chancen, so gehören Rückversicherer oftmals zu den klassischen Dividendentiteln.

Die Hannover Rück (Hannover Rück) ist der fünftgrößte Rückversicherer der Welt.

Der Konzern betreibt Programm-Geschäft sowie alle Sparten der Schaden-, Personen- und Finanz-Rückversicherung und unterhält Rückversicherungs-Beziehungen mit rund 5.000 Versicherungen in mehr als 150 Ländern weltweit.

Für das Deutschland-Geschäft der Gruppe ist die Tochter E+S Rück zuständig. Der HDI ist mit einem Anteil von über 50% Großaktionär von Hannover Rück.

Weniger Belastung durch Großschäden

Für die Hannover Rück verlief das 1. Halbjahr 2015 in beiden Geschäftsfeldern sehr erfreulich:

Die Bruttoprämien erhöhten sich um 21,5% auf 8,6 Mrd. €, was auch teilweise der Dollarstärke zuzurechnen ist. Bei konstanten Währungskursen hätte sich ein immer noch ordentliches Wachstum von 9,5% ergeben.

Ausschlaggebend hierfür waren größere Einzel-Transaktionen in Asien, Nordamerika, bei den landwirtschaftlichen Risiken sowie im Spezialbereich Insurance Linked Securities.

Das operative Ergebnis (EBIT) lag angesichts der guten Geschäfts-Ergebnisse mit 789 Mio. € deutlich über der Vorjahres-Periode.

Unterm Strich erhöhte sich der Gewinn um 19,7% auf 532 Mio. €. Zu dem positiven Ergebnis haben beide Geschäftsfelder – die Schaden- und Personen-Rückversicherung – und auch die Kapitalanlagen erfolgreich beigetragen.

Die hohe Profitabilität zeigt auch, dass die Hannover Rück mit konsequenter, selektiver Zeichnungspolitik auf die Bedingungen anspruchsvoller Marktphasen gut eingestellt sind.

Die Großschaden-Belastung blieb rund 100 Mio. € unter dem kalkulierten Erwartungswert.

Die größten Einzelschäden für die Hannover Rück waren dabei Sturm „Niklas“ mit 35 Mio. € sowie eine Explosion auf einer Bohrinsel im Golf von Mexiko, die mit 33 Mio. € zu Buche schlug.

Die kombinierte Schaden-Kostenquote lag mit 95,4% auf Vorjahresniveau.

Da Hannover Rück zur Jahresmitte deutlich mehr als die Hälfte des angestrebten Gewinns für 2015 erreicht hat, wurde die Erwartung von ursprünglich 875 auf 950 Mio. € angehoben.

Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten ist eine durchschnittliche Kursentwicklung wahrscheinlich.

Die Herausforderungen überwiegen

An Hannover Rück gefällt uns vor allem der Anstieg der Versicherungs-Prämien und der Umstand, dass es zuletzt weniger Großschäden gab. Doch kann aus dem Vorteil von heute schon bald ein Nachteil von morgen werden:

Großschäden kommen immer wieder vor und die nächste Naturkatastrophe kommt bestimmt.

Weiterhin leidet Hannover Rück auch am derzeitigen Anlageumfeld – es ist schlichtweg schwer, Kapital rentabel und gleichsam sicher anzulegen.

22. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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