Ruhe an Märkten – kommt der Sturm noch im November?

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Die Kurse sind eingeschlafen. Es gibt keine Bewegung und hier braut sich gerade etwas zusammen. Ewig wird der DAX nicht innerhalb von 100 Punkten seitwärts laufen. (Foto: Deutsche Börse AG)

Wir befinden uns in den USA auf den Allzeithochs. Dem DAX fehlen aktuell noch 400 Punkte, damit auch er neue Bestmarken schreibt. Doch diese Rallye findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Es gibt kaum Bewegung an den Märkten. Die tägliche Bandbreite ist auf einem extrem niedrigen Stand.

Auf Sicht der letzten 14 Handelstage gibt es minimale Volatilität bei den großen Indizes. Das ist meist ein Zeichen dafür, dass es in der Folge bald wieder holpriger wird. Der S&P 500 konnte sich in den letzten 14 Handelstagen im Schnitt nur 20 Punkte bewegen; der Dow Jones nur 200 Punkte. Üblich ist bei beiden eher die doppelte Reichweite.

DAX-Chart mit ATR-Indikator

Genauso sieht es auch beim DAX aus. Am Dienstag wurde ein Tief im ATR ausgebildet. Innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen wird es demnach in den meisten Fällen zu einem Rücksetzer kommen.

Das sehen Sie auch direkt im Chart: Ende Juli gab es ein Tief im ATR-Indikator. Kurz darauf rutschte der DAX ab. Ein ähnliches Spiel fand Mitte September statt. Auch hier ein ATR-Tief gefolgt von einer Korrektur.

S&P 500-Chart mit ATR-Indikator

Der S&P 500 gibt uns weniger Vorwarnung als der DAX. Wenn wir uns hier den ATR-Indikator anschauen, springen dieser recht schnell nach oben und der Index rutscht danach sofort ab. Hier gilt es also genau darauf zu achten, wann die Schwankungsbreite wieder zunimmt.

Dax30 – Ruhe vor dem Sturm oder der nächsten Rallye?

Dax30 – Ruhe vor dem Sturm oder der nächsten Rallye?Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des Video-Newsletters John Gossens Daily Dax. Täglich analysiere ich zwei Mal für Sie die internationalen Aktienmärkte. Morgens starten wir immer mit dem Blick auf… › mehr lesen

Zumindest, wenn wir dieselben Einstellungen beim ATR nutzen, also den Durchschnitt der Schwankungsbreite der vergangenen 14 Handelstage. Reduzieren wir das auf 7 Tage, wird das Bild ähnlich zum DAX. Auch dann haben wir hier Tiefs mit etwas Vorlaufzeit.

Deutschlands Wirtschaft überraschend gewachsen

Nach zwei negativen Monaten und damit einer technischen Rezession, ist das BIP heute um genau 0,1 Prozent gestiegen! Das war ja nochmal knapp. Jetzt können alle Angestellten, die bereits weniger Stunden in der Woche arbeiten und weniger Lohn bekommen, entspannt aufatmen! Das Plus von 0,1 Prozent wird die deutsche Wirtschaft sicherlich retten.

Und es gibt auch keinen Zweifel daran, dass hier etwas schön gerechnet wurde. Wie kommen Sie denn darauf? Diese Zahlen stimmen immer und werden nie im Nachhinein korrigiert. Außer regelmäßig. Also abwarten! Offiziell wurde rechnerisch die Rezession jetzt noch einmal abgewendet, aber bei vielen Unternehmen ist sie bereits angekommen. Daran ändert dann auch keine Schönrechnerei.

Letztlich ist das aber natürlich Nebensache. Solange die Zentralbanken die Märkte fluten, werden die Aktien steigen. Dann sind auch die 14.000 Punkte im DAX nicht mehr utopisch oder 30.000 Punkte im Dow Jones.

Aber Achtung! Der DAX ist überfällig für eine kleinere Korrektur. Diese kann sogar bis Richtung 12.600 Punkte ausfallen. Das wären immerhin 600 Punkte nach Süden. Dass dies bald geschieht, zeigen auch die Tageskerzen im DAX. Es fehlen die weiteren Käufer. Wir stehen auf der Stelle im Bereich 13.200 Punkte. In dieser Woche hat sich wenig getan. Es wird Zeit für einen Ausbruch. Dieser kann als Übertreibung auch noch nach oben geschehen, bevor es dann herunter geht. Bleiben Sie derzeit auf der Seitenlinie.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.