Rund 9% Dividende – wir sagen trotzdem „nein“

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Dividende ist nicht alles. Vor allem dann, wenn sie auf Sand gebaut ist. Warum wir von der Aktie von Telefónica abraten müssen. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Die Aktie von Telefónica galt viele Jahre als solider Wert mit satter Dividende. Auch heute noch überzeugt die Aktie mit einer Dividendenrendite von rund 9%. Doch wieso halten wir von der Aktie Abstand? Zwar befeuert die Krise die Nachfrage nach Telekommunikationslösungen, doch steigert die Krise auch das Risiko. Warum Telefónica für uns ein Risikopatient ist, erklären wir ihnen gleich.

Doch zunächst Hintergründe zum Unternehmen. Telefónica ist einer der größten Telekommunikations- und Mediendienstleister weltweit. Im spanisch-portugiesischen Sprachraum ist das Unternehmen der Top-Versorger in den Bereichen Festnetz, Mobilfunk, Daten und Internet. Überdies ist Telefónica stark in Latein- und Mittelamerika vertreten. In Deutschland ist Telefónica durch O2, E-Plus und HanseNet vertreten.

Fokus auf die Kernmärkte

2019 erreichte Telefónica dank guter Geschäfte in den wichtigsten Märkten seine Wachstumsziele. Der Umsatz lag bei 48,4 Mrd €, bereinigt um Währungsschwankungen entsprach dies einem Plus von gut 3%. Das operative Ergebnis (EBIT) ging um 30,4% auf 4,54 Mrd € zurück. Unterm Strich brach der Gewinn um 65,7% auf 1,14 Mrd € ein. Im 4. Quartal ist Telefónica mit 202 Mio € sogar in die Verlustzone gerutscht. Der Konzern litt unter den Kosten für den Rückzug aus einigen Ländern Lateinamerikas und dem Verkauf von 10 Rechenzentren. Der Markt hatte nicht mit dieser Entwicklung gerechnet und dem Konzern 576 Mio € zugetraut.

Wie auch seine Konkurrenten kämpft der Konzern damit, sein Gewinnwachstum in einem zunehmend gesättigten Markt anzukurbeln. Der CEO hatte deshalb im November angekündigt, Telefónica neu aufzustellen. So sollen die Geschäfte im spanischsprachigen Teil Lateinamerikas abgespalten werden. Das Unternehmen will sich stattdessen auf die Kernmärkte Spanien, Großbritannien, Brasilien und Deutschland sowie auf die Wertschöpfung bei neuen digitalen Diensten und Infrastrukturen konzentrieren.

Hohe Schulden könnten zum Problem werden

Telefónica Deutschland will weitere Kunden auf dem Land und Geschäftskunden gewinnen und zu diesem Zweck den LTE-Netzausbau forcieren. Für dieses Jahr steht zudem der Auf- und Ausbau des 5G-Netzes in den Städten im Fokus. Telefónica tritt 2020 auf der Stelle. Angesichts des harten Wettbewerbs rechnet der Vorstand mit einem Umsatz und EBIT auf Vorjahresniveau. Die Dividende soll aber stabil bleiben. Angesichts der Verschuldungssituation ist uns das Risiko bei Telefónica zu groß. Wir ziehen aktuell andere Werte vor. Bleiben auch Sie besser an der Seitenlinie. Die Krise könnte für die Aktie noch zur Bewährungsprobe werden.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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