Russland-Sanktionen gefährden Arbeitsplätze und Profite der EU

Die USA führen mit den Russland-Sanktionen einen verdeckten Kampf um die Energieversorgung. Und gefährden damit europäische Arbeitsplätze. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Die kürzlich im US-Senat beschlossenen neuen Sanktionen gegen Russland, die noch das Repräsentantenhaus passieren und von US-Präsident Donald Trump unterzeichnet werden müssen, schlagen Wellen.

Moskau soll für die angebliche Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl bestraft werden. Ebenso für die Annexion der Krim und die Unterstützung für die Assad-Regierung in Syrien.

Wir haben Ihnen bereits erläutert, warum diese angeblichen Fakten unbegründet und falsch sind.

Die ersten Europäer wehren sich gegen die Sanktionen

Doch nun gehen auch Europäer auf die sprichwörtlichen Barrikaden gegen die Sanktionen. Beispielsweise Bundesaußenminister Sigmar Gabriel und der österreichische Bundeskanzler Christian Kern.

Sie erklärten inzwischen, dass die Sanktionen den europäischen Staaten schaden.

Fürwahr: Wir haben Ihnen aufgezeigt, dass es dabei um wirklich handfeste wirtschaftliche Interessen geht. Um einen verdeckten Kampf um die Energieversorgung.

Der verdeckte Kampf um die Energieversorgung

Die Amerikaner drohten hinsichtlich der neuen Sanktionen auch mit völkerrechtswidrigen extraterritorialen Sanktionen gegen europäische Unternehmen, die sich am Ausbau der europäischen Energieversorgung beteiligen.

Das, so Gabriel und Kern, sei nicht zu akzeptieren. Wir verraten Ihnen auch, warum.

Russland-Sanktionen gefährden europäische Arbeitsplätze und Profite in der Erdgas- und Erdölindustrie

Tatsächlich geht es bei den neuen US-Russland-Sanktionen um den Verkauf amerikanischen Flüssiggases und die Verdrängung russischer Erdgaslieferung vom europäischen Markt. Um nichts anderes.

Das wiederum würde europäische Arbeitsplätze in der Erdgas- und Erdölindustrie gefährden, amerikanische sichern und Milliarden-Gewinne bedeuten.

Verstehen Sie jetzt, wo der der sprichwörtliche Hund begraben liegt?

Nicht die Amerikaner entscheiden Europas Energieversorgung

Das wissen natürlich auch Gabriel und Kern und deshalb geifern sie gegen die Amerikaner. Konkret: Europas Energieversorgung sei eine “Angelegenheit Europas, und nicht der Vereinigten Staaten von Amerika”.

Und weiter: “Wer uns Energie liefert und wie, entscheiden wir, nach Regeln der Offenheit und des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs.”

Geopolitische Schlacht um Energie-Lieferungen

Doch es geht nicht nur auf dem europäischen Markt darum, den Russen die Energie-Lieferungen abspenstig zu machen. Sondern ebenso in Syrien.

Wissen Sie warum?

Weil durch Syrien eine Pipeline läuft, mit der aus Katar Erdgas nach Europa geliefert werden soll. Nicht umsonst kämpfen internationale und islamistische Söldner vor allem entlang dieser Pipeline. Sie ist geopolitisch äußerst wichtig.

USA wollen Pipeline mit Russland torpedieren

Doch es gibt noch eine ganz andere wichtige Pipeline. Die privat finanzierte kommerzielle Gaspipeline Nordstream II.

Sie wird – weitgehend parallel zur bereits bestehenden Nord Stream Pipeline – russisches Erdgas durch die Ostsee u.a. nach Deutschland transportieren und die EU mit Erdgas versorgen, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen.

Ebenso die Klimaschutzziele unterstützen und den Energiebinnenmarkt stärken.

Hintergrund: In den kommenden zwei Jahrzehnten wird die Gasproduktion in der EU voraussichtlich um die Hälfte zurückgehen.

Denn die alternden Anlagen werden außer Betrieb gehen und die Förderung in der Nordsee aufgrund schwer erreichbarer Gasressourcen unwirtschaftlich werden.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.