RWE-Aktie hat weiteres Potenzial

RWE RED – shutterstock_744382690

Die RWE-Aktie zeigte während der jüngsten Korrektur beachtliche Stärke. Die Chancen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends stehen gut. (Foto: Tobias Steinert / shutterstock.com)

Die alten Börsenhasen unter Ihnen werden sich vermutlich noch erinnern: Es gab Zeiten, da galten die Aktien der Energieversorger RWE und E.ON (früher Veba und Viag) als Witwen- und Waisenpapiere. Vor allem wegen der hohen Dividenden, aber auch wegen der eher langweiligen Kursentwicklung mit relativ stetigen, moderaten Zuwächsen.

Das ist zugegebenermaßen schon einige Zeit her. Diejenigen unter Ihnen, die sich erst seit einigen Jahren mit dem Börsengeschehen auseinandersetzen, kennen RWE und E.ON als von der Energiewende gebeutelte Unternehmen, um deren Aktien man besser einen weiten Bogen macht.

Vor allem RWE ist jedoch auf einem guten Weg, zu alter Stärke zurückzufinden. Ich nehme den DAX-Titel deshalb heute für Sie unter die Lupe.

RWE-Aktie hat den Turnaround geschafft

Im Januar 2008, also kurz vor der Finanzkrise, hatten die Versorger-Papiere ihre Rekordstände erreicht. Die E.ON-Aktie rutschte in der Folge in knapp neun Jahren um 88% ab. Bei RWE dauert es nicht einmal acht Jahre, bis sich 91% des Börsenwerts in Luft aufgelöst hatten.

Die Notierung von E.ON ist gegenüber ihrem Tief in gut zweieinhalb Jahren gerade einmal um 37% geklettert und ist von ihrem Rekordstand nach wie vor 84% entfernt. Wesentlich besser sieht es bei RWE aus. Die Aktie des Essener Konzerns hat seit ihrem Tiefstand um satte 180% zugelegt.

RWE steigert Gewinn

Vor wenigen Tagen legte das Unternehmen die Ergebnisse für das erste Halbjahr vor. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich um 20% auf 1,4 Mrd. Euro. Der bereinigte Nettogewinn machte sogar einen Sprung um 34% auf 914 Mio. Euro.

Das gute Abschneiden war keine Überraschung. Denn das Management hatte bereits im Vorfeld der Zahlen seine Gewinnprognose angehoben.

Für die Zukunft gut aufgestellt

Mit dem Wiedereinstieg in die erneuerbaren Energien bringt sich der Versorger für die Zukunft in Position. Das letzte Atomkraftwerk geht 2022 vom Netz. Die Förderung von Braunkohle muss RWE bis 2038 einstellen. Dafür ist das Unternehmen durch den Deal mit E.ON bereit.

RWE will das Netz- und Vertriebsgeschäft seiner bisherigen Tochter Innogy an den Konkurrenten abgeben. Im Gegenzug sollen alle erneuerbaren Energien von E.ON und Innogy an RWE gehen. Das macht den Konzern mit Produktionskapazitäten von 9 Gigawatt auf einen Schlag zu einem führenden Anbieter erneuerbarer Energien. Bei Offshore-Windenenergie wird RWE weltweit sogar zur Nummer 2.

Aufwärtstrend vor der Fortsetzung

Gute Voraussetzungen also, dass für RWE wieder bessere Zeiten anbrechen. Darauf deutet auch die Charttechnik hin. Mit dem Anstieg auf den höchsten Stand seit 2014 stehen die Chancen für weitere Kurssteigerungen gut. Auf mittlere Sicht ist das 2014er-Hoch bei rund 33 Euro ein realistisches Ziel.

Neben guten Aussichten auf Kurssteigerungen bietet die RWE-Aktie eine ordentliche Dividendenrendite von 2,7%. Nachdem es fast ein Jahrzehnt nur bergab gegangen war, spricht jetzt einiges dafür, dass der DAX-Titel künftig wieder lukratives Investment sein wird.

RWE RED – shutterstock_744382690

Was wurde eigentlich aus… DEA?In den 1980er und 1990er Jahren bestimmten DEA-Tankstellen unser Straßenbild, heute sind sie verschwunden. Was wurde aus DEA? › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Michael Kelnberger. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz