RWE: Eine gute und viele schlechte Nachrichten

RWE, einer der größten Energieversorger Deutschlands, hat heute Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 vorgelegt.

Vorab eine gute und eine der zahlreichen schlechten Nachrichten für RWE-Aktionäre: Eine der schlechten Nachrichten ist, dass der Gewinn bei RWE erneut eingebrochen ist. Die gute Nachricht ist, dass die Dividende trotz dieses erneuten Gewinneinbruchs auf dem Vorjahresniveau von 1 Euro je Aktie bleiben soll.

Nettoergebnis schrumpft deutlich – wie erwartet

Der Gewinn von RWE ist im Vergleich zum Vorjahr nochmals abgesackt. Um genau zu sein hat RWE im vergangenen Jahr gemessen am nachhaltigen Nettoergebnis fast die Hälfte weniger verdient als noch im Jahr 2013. Ein Hauptgrund dafür besteht in sinkenden Großhandelsstrompreisen.

Wie die Konkurrenz auch verdient RWE aufgrund des Ausbaus der erneuerbaren Energien mit den konventionellen Kraftwerken immer weniger Geld.

Daher erwirtschaftete der Energieversorger im vergangenen Jahr unterm Strich (bereinigt um Sondereffekte) nur einen Gewinn in Höhe von 1,28 Mrd. Euro und damit 44,6% weniger als im Jahr zuvor.

Man muss diesem enttäuschenden Ergebnis allerdings entgegensetzen, dass eine Einmalzahlung des russischen Gaslieferanten Gazprom im Jahr 2013 für eine Verzerrung sorgt. Ohne diese Einmalzahlung fällt die Diskrepanz zwischen dem 2013er und dem 2014er Ergebnis kleiner aus.

Hinzu kommt, dass im Jahr 2013 noch das operative Geschäft der Öl- und Gasfördertochter Dea im nachhaltigen Nettoergebnis von RWE enthalten war. Im vergangenen Jahr flossen nur noch die anteiligen Zinsen auf den Verkaufspreis in das Nettoergebnis von RWE ein.

Somit war das Ergebnis zwar ernüchternd, lag aber im Rahmen der Erwartungen, die zuvor bei 1,2 bis 1,4 Mrd. Euro lagen.

Operativer Gewinn sackt ebenfalls ab

Der operative Gewinn bei RWE ist ebenso wie das Nettoergebnis deutlich abgesackt und schrumpfte um rund 25% auf 4 Mrd. Euro. Allerdings wurde dieser Rückgang zuvor bereits erwartet – auch in dieser Dimension.

Überproportional zum gesamten operativen Ergebnis verringerte sich das Ergebnis im Stromerzeugungsgeschäft. In der Sparte brach der operative Gewinn um 29% auf 979 Mio. Euro ein. „In der konventionellen Stromerzeugung verschlechtern sich die Rahmenbedingungen schneller, als wir gegensteuern können“, schrieb Vorstandschef Peter Terium den Aktionären.

Immerhin: Dividende soll unverändert bleiben

Die aus meiner Sicht positivste Nachricht für RWE-Aktionäre ist, dass die Dividende trotz abermals enttäuschender Zahlen nicht verringert werden und somit auch in diesem Jahr bei 1 Euro je Aktie liegen soll.

Das entspricht auf Basis des aktuellen Kurses der RWE-Aktie von rund 24 Euro einer Dividendenrendite von immerhin etwa 4,15%. Damit liegt die Dividendenrendite von RWE über dem DAX-Durchschnitt.

Da auch der Ausblick auf das laufende Jahr 2015 ernüchternd ausfiel, bleibt den RWE-Aktionären unterm Strich nur die Freude über eine überdurchschnittliche Dividendenrendite und die Hoffnung auf bessere Zeiten.

10. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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