RWE: Erster DAX-Konzern mit Wasserstoff-Vorstand

RWE RED – shutterstock_744382690

Der DAX-Konzern RWE befindet sich aktuell in einem großen Transformationsprozess und setzt nun verstärkt auf grüne Energien und Wasserstoff. (Foto: Tobias Steinert / shutterstock.com)

Gestern habe ich Ihnen an dieser Stelle über eine neue europäische Wasserstoff-Initiative berichtet und über den SDax-Aufsteiger ElringKlinger und seine jüngsten Brennstoffzellen-Projekte. Heute geht es im Schlussgong weiter in unserer Wasserstoff-Serie mit einem Bericht zu RWE.

Der DAX-Konzern hat künftig im Bereich RWE Generation sogar einen eigenen Wasserstoff-Vorstand. Dabei handelt es sich um die Branchenkennerin Sopna Sury. Sie tritt ihren Dienst Anfang Februar des kommenden Jahres an. Blicken wir nun etwas genauer auf die Wandlung des RWE-Konzerns und auf die Wasserstoff-Strategie.

RWE: Vom Saulus zum Paulus

Seit über 120 Jahren versorgt RWE Menschen und Unternehmen mit Strom. Die Energiewende und der – nicht ganz freiwillige – unerwartet schnelle Ausstieg aus der Kernenergie hatten dem Traditionskonzern aber quasi die Geschäftsgrundlage geraubt.

Das letzte Atomkraftwerk geht bereits 2022 vom Netz, die Förderung von Braunkohle muss bis 2038 eingestellt werden. Doch das Essener Unternehmen hat aus der Not eine Tugend gemacht und sich vom Saulus zum Paulus der Branche entwickelt.

Der Konzern hat die Weichen gestellt, um sich zu einem reinen Ökostrom-Anbieter zu wandeln. Bis 2040 will RWE zu 100% klimaneutral sein.

Profiteur des Wasserstoff-Booms

Der entscheidende Schritt in die richtige Richtung war der im vergangenen Jahr abgeschlossene Deal mit E.ON: Dabei gab RWE seine Tochter Innogy an E.ON ab, übernahm aber gleichzeitig das Geschäft mit erneuerbaren Energien von E.ON und Innogy.

Durch diesen Deal ist der Konzern schon jetzt drittgrößter Produzent von regenerativen Energien. Und RWE will künftig 1,5 bis 2 Mrd. Euro jährlich in den Ausbau dieses Geschäfts investieren. Ziel ist es, die Produktionskapazität in den Bereichen Windkraft und Solar bis Ende 2022 auf über 13 Gigawatt auszuweiten. Ende 2019 waren es erst 8,7 Gigawatt.

Als einer der führenden Anbieter erneuerbarer Energien profitiert RWE auch vom Wasserstoff-Boom. Aus ökologischer Sicht ist „grüner Wasserstoff“ erste Wahl. Denn bei diesem stammt der eingesetzte Strom zu 100% aus erneuerbaren Quellen.

Gute Zahlen trotz Corona-Pandemie

Die Corona-Krise hat RWE in diesem Jahr kaum getroffen. Wegen der schwächeren Wirtschaft ging die Stromerzeugung in den ersten 9 Monaten zwar leicht zurück. Wegen frühzeitiger Stromterminverkäufe hatte dies auf die Zahlen jedoch nur geringen Einfluss.

Der Umsatz wuchs im Vorjahresvergleich um 4% auf 9,54 Mrd. Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) machte sogar einen Sprung um 54% auf 2,22 Mrd. Euro.

Bei der Vorlage der 9-Monats-Zahlen bestätigte das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr. Der bereinigte EBITDA-Gewinn soll 2,7 bis 3,0 Mrd. Euro erreichen. Gegenüber dem Vorjahresergebnis von 2,49 Mrd. Euro entspricht dies einem Anstieg um bis zu 20%. Mittel- bis langfristig sollte die RWE-Aktie noch deutlich Luft nach oben haben und ist eine konservative Variante, um auf den Wasserstoff-Boom zu setzen.

Windkraft Erneuerbare Energie Grün – shutterstock_759730900

Die NextEra Energy Aktie - ein Gewinner der EnergiewendeNextEra Energy profitiert vom Solar- und Windenergie-Boom und zeigt das sich Investments in erneuerbare Energien lohnen können. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz